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    Pflege und das Versagen der Märkte – IMV Newsletter November 2020

    Liebe Interessierten,

    die Mär von den Märkten, die angeblich alles richten, ist zuletzt erneut durch den Streit um die Gehälter der Pflegekräfte als Mythos entlarvt worden. Wenn dem so wäre, müsste die Pflege der am besten bezahlte Beruf sein angesichts der großen Nachfrage bei kontinuierlich niedrigem Angebot von qualifiziertem Personal. Hier warnt eine Krautreporterin davor in der Berichterstattung über die steigenden Corona-Zahlen, nur leere Intensivbetten zu zählen: https://krautreporter.de/3549-hort-auf-freie-intensivbetten-zu-zahlen.

    Apropos, Corona-Berichterstattung – die Frage der Proportionalität stellt sich natürlich und die Frage, ob die politische Handlungsbereitschaft nicht eng mit dem medialen Umgang mit den Themen zu tun hat: www.sueddeutsche.de/medien/russ-mohl-gastbeitrag-corona-panikorchester-1.5075025.

    Der Streik der Pflege im Oktober – hier die Kampagnenseite der Gewerkschaft Verdi (https://rps.verdi.de/branchen-und-berufe/gesundheit-soziales/pflege-auf-stand) – löste geteiltes Echo aus. Manche erinnerten sich an das Beklatschen als „Corona-Helden“, anderen fanden gerade in der Krisenzeit einen Streik unangebracht. Medien positionierten sich ambivalent und versteckte sich gerne auch mal hinter Fragezeichen:

    www.br.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-streik-trotz-corona-fair-oder-verantwortungslos,SDZj5Te

    www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/warnstreiks-sollen-corona-helden-mehr-geld-bekommen-trotz-wirtschaftskrise-a-00000000-0002-0001-0000-000173444531

    Die taz hat den Diskurs nachgehalten:

    https://taz.de/Streiks-in-der-Pandemie/!5711770

    https://taz.de/Warnstreik-der-Pflegekraefte/!5713313

    Offen bleibt, wie es in privaten Pflegediensten aussieht – man ringt um Arbeitskräfte, viele gut Ausgebildete geben nach einigen Jahren auf wegen der schlechten Arbeitsbedingungen, aber die Bereitschaft höhere Löhne anzubieten, scheint nicht vorhanden. Tatsächlich gab es in diesem Sommer eine Einigung auf einen „Pflegemindestlohn“ – unglaublich empörend: https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/pflegepolitik/++co++b83195ba-cef4-11e7-85f9-525400423e78.

    Medien als Vierte Gewalt wären hier gefordert. Es gibt durchaus kritische Stimmen, einige hier oben, aber die Dominanz der Arbeitsgebersicht scheint ungebrochen – erinnert sei an die Streiks der GDL oder die des Flugpersonals. Wenn sich das mit Blick auf die Pflege in Corona-Zeiten nicht ändert, wann dann?

    IMV News

    Aufgrund der neuen Zahlen und Bestimmungen werden wir die Konferenz zu unserem 15-jährigen Bestehen am 20. November in Berlin nicht abhalten. Alle anderen Termine werden ebenfalls abgesagt. Wenn es uns im nächsten Jahr noch gibt, dann holen wir im Sommer auf jeden Fall ein Netzwerktreffen nach – und prüfen jetzt digitale Angebote. Wer kann und möchte, wir danken für jede Unterstützung!

    Weiter geht unsere Debatte über Medienleistungen und –versagen mit einem neuen Beitrag von Uwe Schnabel. Bitte nachlesen und beteiligen auf: www.medien-meinungen.de!

    Sozial-ökologische Transformation und das Versagen der Medien – IMV Newsletter August 2020

    Sozial-ökologische Transformation und das Versagen der Medien – IMV Newsletter August 2020 ­
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    Liebe Interessierten,

    man muss schon mächtig suchen, wenn man nicht dem Framing aufsitzen will, dass es entweder die Überwindung der Corona-Wirtschafts-Krise oder die Bekämpfung der Klimakatastrophe geben wird. Dabei haben die politischen Entscheidungen der letzten Monate eines deutlich gezeigt: Die Politik kann, wenn sie will, den Einflüsterungen der Wirtschaftslobbyisten widerstehen. Letztere scheinen nun wieder Oberhand zu gewinnen und nicht wenige wünschen sich die alten Zustände zurück: also stinkende Innenstädte, Umweltverschmutzung, Raubbau, Armut und Hunger.

    Von Medien als Vierter Gewalt kann nur in Ausnahmefällen die Rede sein. Und darum stellen wir hier Material zur Verfügung, das zeigt, wie die notwendige sozial-ökologische Transformation gehen kann – um die wir nicht herumkommen, wenn es noch menschliches Leben auf diesem Planeten geben soll. #EnergiewendeJetzt #VerkehrswendeJetzt #sozialoekologischeTransformation – Die Erde braucht uns freilich nicht – insofern ist auch der Klimadiskurs irreführend, wenn die Erde gerettet werden soll…Stichwort: Klimaschutz; das macht sie schon, erprobt gegen den Störenfried.

    Hier ist über Reframing in der strategischen Kommunikation der Klimadebatte nachzudenken!

    Darüber sollte auch die gute Initiative der Klimareporter nachdenken, hier im Interview mit Claudia Kemfert: https://www.klimareporter.de/deutschland/es-fehlt-der-oekologische-wumms. Die Energieökonomin Kempfert räumt mit einigen Mythen zum Themenkomplex auf: https://www.claudiakemfert.de. Das Thema ist nicht neu und bedarf Ausdauer und eben Nachhaltigkeit: allen voran Attac https://theorieblog.attac.de/anforderungen-an-eine-wirtschaft-nach-corona oder https://www.biorama.eu/sozialoekologische-transformation oder der Umweltrat oder hier.

    Gute Vorschläge gibt es genug, hier beispielhaft aus Dresden: ein 117-Punkte Maßnahmenkatalog für die sofortige Umsetzung und hier die Scientists for Future dazu.

    Räumen wir direkt auf mit dem dümmsten Argument: die Kosten… Denn Geld ist im Übermaß vorhanden, essen können wir es nicht, ausgeben auch nicht; für die vorhandenen riesigen Geldmengen gibt es nämlich nicht genug Werte auf dieser Erde. Dies erläutert anschaulich Ekkehard Sieker, der Rechercheur der ZDF-Anstalt und Dengler-Krimis von Wolfgang Schorlau: https://www.youtube.com/watch?v=uhL38MJe1Wo #MustSee
    Ab Min 12 rechnet er das größte Missverständnis des Kapitalismus vor… auch wenn die absoluten Zahlen nach zwei Jahren seit seinem Vortrag auf der IALANA-Konferenz 2018 nicht mehr stimmen, so stimmen die Relationen – das Ganze ist übrigens auf Papier nachlesbar im Buch „Der große Plan“ von Wolfgang Schorlau. Fazit von Sieker: „Wir brauchen neun Planeten für das ganze Geld“… schon schuldenbereinigt gerechnet.

    Das bedeutet, dass es komplett andere Wirtschaftsmodelle geben muss – vor allem Systeme, die nicht die Erde dreimal täglich verbrauchen; denn damit ist absehbar bald Schluss (siehe Die Megamaschineoder hier: Henning Austmann) – und Geld im Überfluss für Sinnvolles und Leben da ist. Silke Helfrich hat Autor*innen versammelt, die sich Gedanken über ein neues Wirtschaften und einer neuen Politik machen: http://www.langelieder.de/lit-helfrich12.html

    Viel Wissen über Allmende scheint inzwischen verloren gegangen zu sein https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-junge-politik-lexikon/171167/allmende, aber nicht überall: https://commons.blog. Solidarität können wir ja gerade in Pandemiezeiten üben. Das klappt nicht immer, aber scheint langfristig das tragbarere Konzept zu sein: https://www.deutschlandfunk.de/altruismus-der-mensch-in-zeiten-der-katastrophe.1184.de.html?dram:article_id=480449 – es entspricht einfach der Natur des Menschen. 

    Die viel beschworene Digitalisierung ist kein Allheilmittel, weil natürlich Hard- und Software Strom und Ressourcen verbrauchen, aber auch da gibt es Möglichkeiten der nachhaltigen Verbesserung – so der Chaos Computer Club; und mehr von Bits und Bäume https://www.nachhaltige-digitalisierung.de.

    Wir bitten um Ergänzung und freuen uns über weitere Informationen zum Thema!
     

    IMV News
    Wir machen Urlaub im August und melden uns demnach im September mit einem verspäteten Newsletter zurück… aber dann auch wieder mit einem Termin…
     
    IMV Termin
    Dienstag, 15.09.2020, 19.30 Uhr, Veranstaltungsort: URANIA Berlin, An der Urania 17, 10787 Berlin Diskussionsabend, Trennung von Religion und Staat nur für Muslime?
    Referentin und Gesprächspartnerin: Prof. Dr. Sabine Schiffer, Moderation: Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den interreligiösen Dialog (EKBO)
    https://www.urania.de/kalender