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    Woche der Medien- und Meinungsfreiheit / Medien-Transparanz, IMV Newsletter Mai 2021

    Liebe Interessierte,  

    fyi zur Charta der Meinungsfreiheit: https://www.woche-der-meinungsfreiheit.de, die zur Woche der Meinungsfreiheit vom 3. bis 10. Mai unterzeichnet werden kann. Das grundgesetztlich verbriefte Grundrecht scheint jedoch garnicht so klar definiert, wie manche meinen könnten – denn es hat natürlich Grenzen da, wo andere Grundrechte verletzt werden. Und es hat eine Richtung… und zwar aufsteigend (s.u.).  

    Nicht zuletzt der Fall Assange ist ein Prüfstein für die Meinungsfreiheit, wie im Buch des UN-Sonderberichterstatters Nils Melzer – worüber hier gesprochen wird  – zu lesen ist. Aber Assange wird in der Woche der Meinungsfreiheit 2021 vermutlich kaum eine Rolle spielen im deutschen Diskurs. Außer von Reporter ohne Grenzen (ROG), herrscht vor allem Schweigen im Medienwalde.  

    Rechtzeitig vor der Woche der Medien- und Meinungsfreiheit, wie wir sie nennen wollen, hat ROG den jährlichen Bericht über den Zustand der Pressefreiheit veröffentlicht – und Deutschland ist nicht nur mit Blick auf Angriffe aus der Protestszene darin abgerutscht, sondern auch und gerade, weil die Pressefreiheit staatlich nicht immer verteidigt wird; etwa wenn Polizisten diese gegen Angriffe von Demonstrantenseite nicht schützen. Meinungsfreiheit ist oft dann im Gespräch, wenn es um die Verteidigung von Diskursen von Oben nach Unten geht. Von Sarrazin bis Cancel Culture über Nuhr und bis Eckhart geht es nicht um kritische Äußerungen gegen das „Establishment“, sondern um die Verbreitung von Ressentiments, Lacher und Witze auf Kosten von Minderheiten. Das entspricht nicht der Idee Kurt Tucholskys, wenn er sagt „Satire darf alles!“ Tucholsky meinte die aufklärerische Satire, die von Unten nach Oben, wie es Max Uthoff im Interview mit der Jungen Welt anklingen lässt. Also eigentlich im Sinne von Whistleblowern wie Assange, Snowden & Co., die Verbrechen aufdeckten und dafür verfolgt werden, während die Verbrecher unbehelligt bleiben. Die Leitfrage der Meinungsfreiheit müsste also sein: Wo tut sie – in Form von Satire, Berichterstattung oder Protestbriefen – den „Oberen“ weh? Den Entscheidern in Wirtschaft und Politik, die unsere globalisierte Welt gestalten, und die nachweislich weniger die Lebensgrundlagen und das Gemeinwohl im Blick haben, als vielmehr kurzfristige Gewinne.  

    Dementsprechend wäre die Künstler-Aktion #allesdichtmachen eine Kritik im Sinne Tucholskys, denn tatsächlich scheint sie die Ein-Themen-Dominanz von Politik und Medien aufs Korn zu nehmen, wobei die teils sarkastischen Beiträge nicht jeden nachdenklich, sondern nicht wenige wütend machen – die Kritik daran fällt ebenso unter die Meinungsfreiheit. Allenfalls die Schnelligkeit in der Debatte mag zu denken geben, wovor Sabine Schiffer hier warnt, denn erst so langsam werden die Hintergründe und Motivationen klar und Fehler eingeräumt. Auch der Applaus von der falschen Seite fällt unter die Meinungsfreiheit, obwohl sich allein drei Video-Clips genau damit kritisch auseinandersetzen. Aber tatsächlich scheinen manche Teilnehmende Schauspieler nicht mitbekommen zu haben, dass auch ohne Leugnung einer pandemischen Gefahr über die Sinnhaftigkeit so mancher Maßnahme kritisch diskutiert wird – auch unter der Gefahr, dann sofort als rechts verdächtigt zu werden; während andere Journalist-Aktivisten tatsächlich jeden kritischen Mucks als Verrat an der Aussicht auf Gesundheit ausmachen – die Diskrusraumverengung ist real und selbstgemacht; und hier verwundert die diffamierende Abwehr des ZDF-Comedian Jan Böhmermann, der ja mit seinem geschmacklosen Angriff auf Erdogan genau diese Art von Verunglimpfung für sich reklamierte, egal was Betriffene meinen.  

    Zum Bilden einer eigenen Meinung, ein paar Hinweise hier:
    https://allesdichtmachen.de
    https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_89901734/-allesdichtmachen-wer-steckt-hinter-der-umstrittenen-corona-aktion-.html
    https://www.n-tv.de/leute/Ich-war-blauaeugig-article22511095.html
    https://www.hessenschau.de/kultur/schauspieler-christian-ehrich-ueber-allesdichtmachen-ist-kritik-unberechtigt-wenn-sie-von-rechts-beklatscht-wird-,allesdichtmachen-christian-ehrich-100.html
    https://www.youtube.com/watch?v=GYVY_C1jMP8
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/medien-jan-josef-liefers-bei-allemalneschichtmachen-dabei-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210428-99-386899
    https://www.tagesspiegel.de/kultur/wer-steckt-hinter-allesdichtmachen-eine-spur-fuehrt-ins-querdenker-milieu/27140704.html
    https://www.jungewelt.de/artikel/401726.intellektuelle-f{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}BCr-umverteilung-einige-schreien-grunds{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}A4tzlich-m{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}B6rder.html  

    Dass Medien gar kein so einhelliges Bild von der Corona-Berichterstattung liefern, hat eine Studie der Kommunikationswissenschaft Köln untersucht. Dass teilweise Journalisten in die Rolle von Aktivisten rutschen, scheint jedoch auch nicht von der Hand zu weisen – und es gibt auf EU-Ebene Briefings dazu: https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage/97292/media-advisory-record-briefing-disinformation-during-covid-19_en. Leider können wir zum Inhalt des Hintergrundgesprächs nichts sagen, fordern aber gerne Journalisten mit EU-Akkreditierung zu Recherchen auf. Zumal ja mit dem Abschalten unliebsamer Blogs begonnen wurde… was immer als ein erster Schritt in Richtung Zensur zu werten ist. Es ist richtig, dass die Meinungsfreiheit bei der Verletzung der Menschenwürde anderer endet – Rassismus, Antisemitismus und Sexismus fallen also nicht darunter. Der neue Definitionsversuch von Antisemitismus – die sogenannte Jerusalem Erklärung, die sich explizit von der IHRA-Arbeitsdefinition distanziert – zeugt von genau dieser Grenzsuche. Denn gerade beim Nahostkonflikt als völkerrechtlicher Streitpunkt zeichnet sich die Problematik zwischen Antisemitismus-Vermeidung auf der einen und Meinungsfreiheit auf der andere Seite besonders ab. Das Dilemma in all sinen Facetten bringt der sehr lesenswerte Beitrag von Fabian Wolff in all seinen Facetten zum Ausdruck, weshalb die Lektüre in seiner ganzen Länge empfohlen wird: https://www.zeit.de/kultur/2021-04/judentum-antisemitismus-deutschland-israel-bds-fabian-wolff-essay.
    Dazu einige weitere Beiträge, die kürzlich erschienen sind – auch dies nur eine Auswahl zur eigenen Meinungsbildung und Einladung zu weiterer Recherche:
    https://jerusalemdeclaration.org
    https://www.ndr.de/kultur/Neue-Definition-des-Antisemitismus-Begriffs-vorgelegt,antisemitismus256.html
    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw20-de-bds-642892
    https://www.sueddeutsche.de/kultur/politische-geschichte-was-ist-antisemitismus-1.4972967

    Die Debatte geht weiter. Der Friedensprozess stockt.   Das Thema „Meinungsfreiheit“ wird uns, wie bereits im letzten Newsletter, noch weiter beschäftigen, gerade wenn es gegen unliebsame Meinungen geht. Von A wie Assange bis W wie Wirecard, wo Falschmeldungen ja lange nicht kriminalisiert wurden.  

    IMV News  
    Wir laden ein zum Mittmachen:
    Woche der Transparenz 2021 früher und länger als sonst… Anlässich der Woche der Meinungsfreiheit, die mit dem Tag der Pressefreiheit am 3. Mai beginnt, legen wir unseren jährlichen Aufruf zu mehr Transparenz in der Berichterstattung ab diesem Jahr in dieselbe Zeitspanne. Das ermöglicht es Medien, sieben Tage lang – und nicht nur fünf – unserer Transparenzforderung nachzukommen: ihren (Online-)Berichten eine kurze Entstehungsgeschichte vorzuschalten… „Warum das Thema? Wie recherchiert? Welche Aspekte für mehr oder weniger relavant erachtet?“ Wir werden in dieser Zeit Transparenz-Beispiele sammeln, auch jenseits dieser Kampagne, um positive How To-s vorzustellen. Follow us auf unserem Blog: medien-meinungen.de. Bitte sendet uns gerne, was Euch zum Thema auffällt. Danke! Und hier geht es zur Projektbeschreibung der Woche der Tansparenz https://imv.blog-upcycling.de/projektbeispiele.  

    Sabine Schiffer war als Sachverständige in den Bundestagsausschuss für Menschenrechte geladen, der am 14. April größtenteils digital tagte: https://www.bundestag.de/ausschuesse/a17_menschenrechte/anhoerungen/828216-828216 – dort können auch die Stellungnahmen der einzelnen Sachverständigen heruntergeladen werden.

    Corona und kein Ende + IMV News zur Medienanalyse, IMV Newsletter Februar 2021

    Liebe Interessierte,

    wir knüpfen noch einmal an unseren Mai-2020-Newsletter an, in dem wir auf die Problematik hinwiesen, dass die Berichterstattung in der Coronakrise wenig im Sinne einer Vierten Gewalt agiert. Gerade das Verlautbaren absoluter Zahlen ohne Bezugsgrößen ist und bleibt ein Problem. Darum empfehlen wir auch die Lektüre dieses möglichen Whistleblower-Textes. Wir können nicht überprüfen, ob er wirklich von einem Tagesschau-Redakteur ist (aber eine Redaktionserfahrung ist es sicher), denn dieser wäre dann für seine Redaktion sicher erkennbar – aber die Abläufe halten wir für möglich, weil wir sie aus anderen Kontexten genauso auch kennen: https://multipolar-magazin.de/artikel/die-mainstream-blase.

    Tatsächlich bleibt auch die Problematik relevant, dass das Robert Koch Institut die Zahlen aus nicht standardisierten PCR-Tests einfach aufaddiert und nicht trianguliert, also zur jeweiligen Aussagekraft in Beziehung setzt. Viel differenzierter kommt da der immer komplexer werdende, aber lohnende NDR-Info Podcast „Das Corona-Virus-Update“ mit Christian Drosten oder Sandra Ciesek daher, die eben jede Studie und die vorliegenden Daten auf ihre Aussagekraft hin abklopfen: www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html. Hier erfährt man auch, wie sich die medial oft als Gegensatz inszenierten Wissenschaftlermeinungen ergänzen. Medienanalytisch ist der Podcast ebenfalls interessant, weil die zuspitzende Berichterstattung darüber bereits aufzeigt, wie wenig man den Inhalt in seiner ganzen Differenziertheit widergeben kann oder will – jedenfalls drängt sich der Verdacht auf, dass der besondere Hass auf den Virologen Drosten nicht unbedingt auf seine tatsächlichen Aussagen zurück geht, sondern auf die medialen Konstruktionen aus den eigentlichen Aussagen.

    Zur mangelnden Standardisierung der PCR und damit fehlenden Basis von Zahlenvergleichen nimmt auch die Stellungnahme von Prof. Dr. Bergholtz in der Ausschussdrucksache 19(14)233(4) des Bundestages vom 30.10.2020 Stellung und fordert genau diese Standardisierung: www.bundestag.de/resource/blob/802668/28dabb19265f7b240fe2bbea253c12ba/19_14_0233-4-_ESV-Werner-Bergholz_Cov19-Teststrategie-1–data.pdf. Zum Umgehen der Systemfrage staatlicher Förderung für private Pharmaunternehmen stellt unter anderem medico international und setzt auf die Aufhebung des Patentschutzes für lebenswichtige Medizin – aber nicht nur: www.labournet.de/politik/wipo/gesundheitspolitik/oekonomie/petition-von-medico-fuer-die-aufhebung-des-patentschutzes-auf-alle-unentbehrlichen-medikamente-patente-garantieren-gewinne-und-toeten-menschen.

    Zur weiteren Systemfrage, also dem derzeit unhinterfragten Systemischen in der Krise – jenseits von Bill-Gates-Verschwörungen -, findet sich einiges auf dem Blog von Wolf Wetzel, u.a. dieses Thesenpapier: https://wolfwetzel.de/index.php/2021/01/22/corona-die-krise-die-linke-ein-thesenpapier. Zum journalistischen Versagen findet sich einiges auf den NachDenkSeiten, u.a. hier einige Fragen, denen es sich journalistisch nachzugehen lohnt: www.nachdenkseiten.de/?p=69435.
    Mehr Diskussion zum Thema findet sich hier: www.akweb.de.

    Vielleicht fällt die journalistische Zahmheit in Deutschland eher im internationalen Vergleich auf – etwa, wie in England die Regierung kritisiert wird: www.bbc.com/news/uk-55820178. Hier auch mit einer Kritik am sogenannten „freien Markt“… www.theguardian.com/commentisfree/2021/feb/01/the-guardian-view-on-the-vaccine-rollout-the-state-were-in. Zur Mediensituation in England werden wir eventuell einen eigenen Newsletter machen, hier nur noch ein paar Eindrücke zum Grillen von Verantwortlichen: www.standard.co.uk/news/uk/piers-morgan-gavin-williamson-gmb-resign-b900576.html, www.youtube.com/watch?v=rqQEWlZWhP0&list=WL&index=23 gerne zur Diskussion!

    Uns scheint der Journalismus in der Pandemie komplett zu versagen und die Einzelfragen, an deren Recherche wir im Wust ebenfalls feststecken, fanden wir in der Anstalt vom 2. Februar fast sämtlich beantwortet: www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-2-februar-2021-100.html. Absolutes #MustSee! Nein, man muss Covid19 nicht leugnen, um das Politikversagen zu kritisieren. Das wäre die Aufgabe des Journalismus. Wo er versagt, kompensiert heutzutage die Politsatire.

    Wer Gegenbeweise hat, also kritischen und sachlich hinterfragenden Journalismus, der als Vierte Gewalt den Entscheidern die Hölle heiß macht, bitte her damit – veröffentlichen wir gerne in einem der nächsten Newsletter!

    IMV News

    Ab sofort erhältlich: Medienanalyse – ein kritisches Lehrbuch www.westendverlag.de/buch/medienanalyse von Sabine Schiffer, ein Kondensat aus fast 30-jähriger Forschungs- und Vortragstätigkeit.

    Erste Eindrücke gibt es auch schon – etwa hier von Claus Dieter Stille: www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/medienanlyse-ein-kritisches-lehrbuch. Und ein Webvideo des Westend-Verlags mit der Autorin: www.youtube.com/watch?v=Ug75-d0OUCk.
    Weitere Rezensionen und auch Anregungen nehmen wir gerne entgegen!

    Schluss mit 2020 – auf ein besseres 2021! Sonder-Newsletter Dezember 2020

    Liebe Interessierten und Unterstützer,

    dieses Jahr war besonders außergewöhnlich und hart – im Vergleich zu vielen anderen sind wir bisher noch einigermaßen glimpflich davon gekommen. Also, uns gibt es noch – aber so langsam droht uns die Puste auszugehen. Zum Glück haben die meisten von uns noch ein anderes Standbein, sonst hätten wir bereits aufgeben müssen.

    Unsere 15-Jahreskonferenz haben wir nach zweimaligem Verschieben für dieses Jahr ganz abgesagt. Auch vieles andere konnte nicht stattfinden, einige Fortbildungsveranstaltungen und Interviews wurden ins Internet verlegt. Wir haben teilweise die reduzierten Möglichkeiten dazu genutzt, um Grundsätzliches auf den Weg zu bringen. Den Relaunch der Websites und zwei Buchprojekte. Constantin Wagner und Sabine Schiffer haben die zweite Auflage von „Antisemitismus und Islamophobie, ein Vergleich“ überarbeitet.

    Und Sabine Schiffer hat ihre langjährige Erfahrung und Methodenwissen in ein Lehrbuch zur kritischen „Medienanalyse“ verpackt. Dieses soll am 1. Februar 2021 erscheinen und wird der Auftakt zu einer neuen Wissenschaftsreihe beim Westend-Verlag sein, mit einem Ansatz angewandter Wissenschaft und dem Anspruch auch für die Medienbildung in Schulen zu taugen. Natürlich werden wir nicht müde, weiterhin ein Schulfach Medienbildung zu fordern.

    Wie man im politischen Bereich den Eindruck hat – zum Beispiel beim Auflegen nachhaltig demokratieeinschränkender Gesetze, wie dem Infektionsschutzgesetz – so scheint auch im Bildungsbereich die Situation für manche günstig, um Fakten zu schaffen. Die Behörden haben es zum großen Teil versäumt, eigene datensichere Plattformen zu schaffen, um Schüler nicht den Großkonzernen der IT-Branche auszuliefern, wenn sie digital beschult werden. Dazu haben wir einige Pressemitteilungen herausgegeben und verweisen hier noch einmal auf den Blog des Bundestagsabgeordneten Kuketz, der immer wieder wichtige Beiträge rund um die Thematik bereit hält: www.kuketz-blog.de.

    Im Laufe des Jahres sind Fachartikel erschienen, die Sie in diesen Büchern finden:
    „Diskursintervention“https://www.springer.com/de/book/9783658305581
    und „Medienkritik“https://www.halem-verlag.de/medienkritik-zwischen-ideologischer-instrumentalisierung-und-kritischer-aufklaerung

    Zum Thema Corona-Berichterstattung sind wir auf der Linie von Stephan Ruß-Mohl, der in der Süddeutschen Zeitung mit „DaS Corona-Panikorchester“ einen bedenkenswerten Beitrag geleistet hat: https://www.sueddeutsche.de/medien/russ-mohl-gastbeitrag-corona-panikorchester-1.5075025. Weit davon entfernt, die Problematik dieses Virus zu leugnen, plädieren auch wir für eine realtische Einordnung der Thematik in andere lebensbedrohende Aspekte – womit wir gleichzeitig allen, die jegliche Relevanz und Gefahr von Covid19 leugnen, eine Absage erteilen. Bereits in unserem Newsletter vom Mai hatten wir entsprechend Stellung genommen: https://imv.blog-upcycling.de/2020/05/11/newsletter-mai-2020-2. Dass nun Kritiker der Maßnahmen oder auch andere kritische Stimmen in den sogenannten sozialen Medien Druck von großen Plattformen erfahren und Zensur erleben, ist ein dennoch ein ernstzunehmendes Problem – es beginnt immer dort, wo wir anfangen (staatliche oder private) Zensur zu akzeptieren (meistens dann, wenn es um anschlussfähige Themen wie Pornografie, Extremismus oder Kindesmisshandlung geht). Natürlich trifft die Verfolgung und Eindämmung von Fake-News am Ende nicht nur echte Manipulatoren, sondern immer auch die kritischen Stimmen, die sich weigern im „Mainstream“ mitzuschwimmen. Wer den Beitrag von Prof. Ruß-Mohl liest, versteht, dass es einen solchen Mainstream gibt.
    Es bleibt also, das wachsame Auge in alle Richtungen auch im nächsten Jahr zu behalten. Wir wollen das weiterhin kritisch und besonnen tun – und durch Ihre Unterstützung ist das möglich.

    An dieser Stelle einen herzlichen Dank an diejenigen, die durch kleine bis große Spenden dazu beitragen, dass unseren Arbeit auch in diesen schwierigen Zeiten fortgeführt werden kann.
    Wer das noch möglich machen kann, dem gilt unser Dank bereits im Voraus!
    Und wer von Ihnen ein ganz konkretes Vorhaben unterstützen möchte: unbedingt möchten wir Xenia Gleißners Ausstellung „Brexit – BrexShit“ möglichst bald zumindest online zeigen (zur Jahreskonferenz ging das ja leider nicht). Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt: https://www.betterplace.org/de/projects/85971-brexshit-oder-brexit-eine-ausstellung

    Allen alles Gute, einen klaren Kopf und Gesundheit fürs nächste Jahr und darüber hinaus!

    Pflege und das Versagen der Märkte – IMV Newsletter November 2020

    Liebe Interessierten,

    die Mär von den Märkten, die angeblich alles richten, ist zuletzt erneut durch den Streit um die Gehälter der Pflegekräfte als Mythos entlarvt worden. Wenn dem so wäre, müsste die Pflege der am besten bezahlte Beruf sein angesichts der großen Nachfrage bei kontinuierlich niedrigem Angebot von qualifiziertem Personal. Hier warnt eine Krautreporterin davor in der Berichterstattung über die steigenden Corona-Zahlen, nur leere Intensivbetten zu zählen: https://krautreporter.de/3549-hort-auf-freie-intensivbetten-zu-zahlen.

    Apropos, Corona-Berichterstattung – die Frage der Proportionalität stellt sich natürlich und die Frage, ob die politische Handlungsbereitschaft nicht eng mit dem medialen Umgang mit den Themen zu tun hat: www.sueddeutsche.de/medien/russ-mohl-gastbeitrag-corona-panikorchester-1.5075025.

    Der Streik der Pflege im Oktober – hier die Kampagnenseite der Gewerkschaft Verdi (https://rps.verdi.de/branchen-und-berufe/gesundheit-soziales/pflege-auf-stand) – löste geteiltes Echo aus. Manche erinnerten sich an das Beklatschen als „Corona-Helden“, anderen fanden gerade in der Krisenzeit einen Streik unangebracht. Medien positionierten sich ambivalent und versteckte sich gerne auch mal hinter Fragezeichen:

    www.br.de/nachrichten/wirtschaft/pflege-streik-trotz-corona-fair-oder-verantwortungslos,SDZj5Te

    www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/warnstreiks-sollen-corona-helden-mehr-geld-bekommen-trotz-wirtschaftskrise-a-00000000-0002-0001-0000-000173444531

    Die taz hat den Diskurs nachgehalten:

    https://taz.de/Streiks-in-der-Pandemie/!5711770

    https://taz.de/Warnstreik-der-Pflegekraefte/!5713313

    Offen bleibt, wie es in privaten Pflegediensten aussieht – man ringt um Arbeitskräfte, viele gut Ausgebildete geben nach einigen Jahren auf wegen der schlechten Arbeitsbedingungen, aber die Bereitschaft höhere Löhne anzubieten, scheint nicht vorhanden. Tatsächlich gab es in diesem Sommer eine Einigung auf einen „Pflegemindestlohn“ – unglaublich empörend: https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/pflegepolitik/++co++b83195ba-cef4-11e7-85f9-525400423e78.

    Medien als Vierte Gewalt wären hier gefordert. Es gibt durchaus kritische Stimmen, einige hier oben, aber die Dominanz der Arbeitsgebersicht scheint ungebrochen – erinnert sei an die Streiks der GDL oder die des Flugpersonals. Wenn sich das mit Blick auf die Pflege in Corona-Zeiten nicht ändert, wann dann?

    IMV News

    Aufgrund der neuen Zahlen und Bestimmungen werden wir die Konferenz zu unserem 15-jährigen Bestehen am 20. November in Berlin nicht abhalten. Alle anderen Termine werden ebenfalls abgesagt. Wenn es uns im nächsten Jahr noch gibt, dann holen wir im Sommer auf jeden Fall ein Netzwerktreffen nach – und prüfen jetzt digitale Angebote. Wer kann und möchte, wir danken für jede Unterstützung!

    Weiter geht unsere Debatte über Medienleistungen und –versagen mit einem neuen Beitrag von Uwe Schnabel. Bitte nachlesen und beteiligen auf: www.medien-meinungen.de!

    Sozial-ökologische Transformation und das Versagen der Medien – IMV Newsletter August 2020

    Sozial-ökologische Transformation und das Versagen der Medien – IMV Newsletter August 2020 ­
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    Liebe Interessierten,

    man muss schon mächtig suchen, wenn man nicht dem Framing aufsitzen will, dass es entweder die Überwindung der Corona-Wirtschafts-Krise oder die Bekämpfung der Klimakatastrophe geben wird. Dabei haben die politischen Entscheidungen der letzten Monate eines deutlich gezeigt: Die Politik kann, wenn sie will, den Einflüsterungen der Wirtschaftslobbyisten widerstehen. Letztere scheinen nun wieder Oberhand zu gewinnen und nicht wenige wünschen sich die alten Zustände zurück: also stinkende Innenstädte, Umweltverschmutzung, Raubbau, Armut und Hunger.

    Von Medien als Vierter Gewalt kann nur in Ausnahmefällen die Rede sein. Und darum stellen wir hier Material zur Verfügung, das zeigt, wie die notwendige sozial-ökologische Transformation gehen kann – um die wir nicht herumkommen, wenn es noch menschliches Leben auf diesem Planeten geben soll. #EnergiewendeJetzt #VerkehrswendeJetzt #sozialoekologischeTransformation – Die Erde braucht uns freilich nicht – insofern ist auch der Klimadiskurs irreführend, wenn die Erde gerettet werden soll…Stichwort: Klimaschutz; das macht sie schon, erprobt gegen den Störenfried.

    Hier ist über Reframing in der strategischen Kommunikation der Klimadebatte nachzudenken!

    Darüber sollte auch die gute Initiative der Klimareporter nachdenken, hier im Interview mit Claudia Kemfert: https://www.klimareporter.de/deutschland/es-fehlt-der-oekologische-wumms. Die Energieökonomin Kempfert räumt mit einigen Mythen zum Themenkomplex auf: https://www.claudiakemfert.de. Das Thema ist nicht neu und bedarf Ausdauer und eben Nachhaltigkeit: allen voran Attac https://theorieblog.attac.de/anforderungen-an-eine-wirtschaft-nach-corona oder https://www.biorama.eu/sozialoekologische-transformation oder der Umweltrat oder hier.

    Gute Vorschläge gibt es genug, hier beispielhaft aus Dresden: ein 117-Punkte Maßnahmenkatalog für die sofortige Umsetzung und hier die Scientists for Future dazu.

    Räumen wir direkt auf mit dem dümmsten Argument: die Kosten… Denn Geld ist im Übermaß vorhanden, essen können wir es nicht, ausgeben auch nicht; für die vorhandenen riesigen Geldmengen gibt es nämlich nicht genug Werte auf dieser Erde. Dies erläutert anschaulich Ekkehard Sieker, der Rechercheur der ZDF-Anstalt und Dengler-Krimis von Wolfgang Schorlau: https://www.youtube.com/watch?v=uhL38MJe1Wo #MustSee
    Ab Min 12 rechnet er das größte Missverständnis des Kapitalismus vor… auch wenn die absoluten Zahlen nach zwei Jahren seit seinem Vortrag auf der IALANA-Konferenz 2018 nicht mehr stimmen, so stimmen die Relationen – das Ganze ist übrigens auf Papier nachlesbar im Buch „Der große Plan“ von Wolfgang Schorlau. Fazit von Sieker: „Wir brauchen neun Planeten für das ganze Geld“… schon schuldenbereinigt gerechnet.

    Das bedeutet, dass es komplett andere Wirtschaftsmodelle geben muss – vor allem Systeme, die nicht die Erde dreimal täglich verbrauchen; denn damit ist absehbar bald Schluss (siehe Die Megamaschineoder hier: Henning Austmann) – und Geld im Überfluss für Sinnvolles und Leben da ist. Silke Helfrich hat Autor*innen versammelt, die sich Gedanken über ein neues Wirtschaften und einer neuen Politik machen: http://www.langelieder.de/lit-helfrich12.html

    Viel Wissen über Allmende scheint inzwischen verloren gegangen zu sein https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/das-junge-politik-lexikon/171167/allmende, aber nicht überall: https://commons.blog. Solidarität können wir ja gerade in Pandemiezeiten üben. Das klappt nicht immer, aber scheint langfristig das tragbarere Konzept zu sein: https://www.deutschlandfunk.de/altruismus-der-mensch-in-zeiten-der-katastrophe.1184.de.html?dram:article_id=480449 – es entspricht einfach der Natur des Menschen. 

    Die viel beschworene Digitalisierung ist kein Allheilmittel, weil natürlich Hard- und Software Strom und Ressourcen verbrauchen, aber auch da gibt es Möglichkeiten der nachhaltigen Verbesserung – so der Chaos Computer Club; und mehr von Bits und Bäume https://www.nachhaltige-digitalisierung.de.

    Wir bitten um Ergänzung und freuen uns über weitere Informationen zum Thema!
     

    IMV News
    Wir machen Urlaub im August und melden uns demnach im September mit einem verspäteten Newsletter zurück… aber dann auch wieder mit einem Termin…
     
    IMV Termin
    Dienstag, 15.09.2020, 19.30 Uhr, Veranstaltungsort: URANIA Berlin, An der Urania 17, 10787 Berlin Diskussionsabend, Trennung von Religion und Staat nur für Muslime?
    Referentin und Gesprächspartnerin: Prof. Dr. Sabine Schiffer, Moderation: Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den interreligiösen Dialog (EKBO)
    https://www.urania.de/kalender

    Mai 2020 – Corona und Medientransparenz

    Liebe Interessierten,

    auch wir beginnen mit Corona. Wir haben lange gezögert und tun dies ohne zum Hobby-Virologen zu mutieren. Als Laien können wir die medizinische Sachlage nicht einschätzen. Und das ist auch nicht nötig, um zur Mediendebatte Stellung zu nehmen und Ihnen Kriterien an die Hand zu geben, um Medienprodukte einzuschätzen. Besonders am Herzen liegen uns Hinweise auf mögliche Gefahren durch die Aussetzung von Grundrechen und der Implementierung von Überwachungsmaßnahmen. Wir lehnen die Verknüpfung der Warnung vor Degeneration des Rechtsstaates mit einer Verharmlosung einer möglichen Gefahr für die Gesundheit ab.

    Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie etwa die Aussagen des Charité-Virologen Drosten in den einen Medien in die eine Richtung und in anderen in die andere Richtung zugespitzt werden (weil sie oft nicht auf seine Worte/Primärquelle, sondern auf die Berichterstattung anderer/Sekundärquellen reagieren), kann dies allein dadurch tun, das NDR-Update mit ihm in seiner ganzen Länge wirklich anzuhören: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html. Ohne die Einschätzung der Influencerin Mai 100{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}ig zu teilen, möchten wir in Bezug auf die Kommunikatonsfähigkeit von Virulogen und die Medienleistungen in dem Zusammenhang gerne Ihr Videoformat empfehlen – auch, weil ihr Format MaiLab zeigt, dass im Netz eben nicht nur Beautyqueens und Verschwörungstheoretiker unterwegs sind: https://www.youtube.com/watch?v=u439pm8uYSk. Zum Abgleich ihrer persönlichen Einschätzung mit dem Auftreten des Virulogen Streeck hier der Vergleich zu einem Interview-Dialog mit Markus Lanz: https://www.youtube.com/watch?v=VP7La2bkOMo. Eine kritische und kontroverse Debatte über die Medienleistungen in dieser Zeit finden Sie auf dem Blog der kritischen Kommunikationswissenschaft an der LMU: https://medienblog.hypotheses.org.

    Als besonders lesens- und empfehlenswert möchten wir den Beitrag von Elisabeth Voß (in Der Rabe Ralf) herausstellen: https://www.grueneliga-berlin.de/publikationen/der-rabe-ralf/aktuelle-ausgabe/corona-aendert-alles. Sie geht auf wichtige HIntergründe ein, die in der medialen Öffentlichkeit weitestgehend unterbelichtet bleiben. Ihre Website scheint uns mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit darüber hinaus lohnenswert: http://www.elisabeth-voss.de. Sicherlich wird zu verfolgen sein, ob und was die Australische Forderung nach einer umfassenden Untersuchung zur Covid-Pandemie und dem Umgang damit zu Tage fördert: https://www.youtube.com/watch?v=8mbztKL15V8.

    Wir empfehlen die Überprüfung kursierender Zahlen – sowohl die Vermeldung absoluter Zahlen von Infektionen ohne Bezugsgrößen (die einmal die FAZ aufgelistet hatte https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/coronavirus-im-faktencheck-wie-toedlich-ist-der-neue-erreger-16618831.html), als auch die über jährlich auftretende Influenza-Infektionen, die Zahlen eines Ausnahmejahres als Durchschnittswert präsentieren. Oder auch der Vergleich zu Toten durch Keime in Krankenhäusern, was in der Tat ein unterschätztes und medial unterbelichtetes Thema in Deutschland ist, weil hier jährlich Tausende Menschen an in Krankenhäusern übertragenenen Keimen sterben – jedoch nicht so viele, wie eine europaweite Zahl angibt: https://www.tagesschau.de/inland/infektionen-101.html und https://www.jungewelt.de/artikel/376912.gesundheitswesen-in-der-brd-krank-durchs-krankenhaus.html. Die Zahlen sind übrigens vage, weil viele Betroffene nicht sofort versterben, sondern oft erst nach Jahren des Kampfes mit bzw. gegen Krankenhauskeime – deren Übertragung durch die ökonomische Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen auf Anraten von Bertelsmann, McKinsey und Leopoldina noch verstärkt wurde, weil zum Beispiel die Desinfektionszeit durch Personalknappheit nicht eingehalten werden kann. Das scheint uns ein Thema zu sein, das Medien als (idealtypische) Vierte Gewalt vermehrt aufgreifen sollten, denn hier stehen deutsche Krankenhäuser – etwa im Vergleich mit den Niederlanden – besonders schlecht da. Eine gute Stelle, um ein schon älteres und jetzt umso aktuelleres Filmprojekt zu empfehlen: http://der-marktgerechte-patient.org. Leider spielen unsere Medien nicht unbedingt eine konstruktive Rolle: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/christian-drosten-corona-krise-coronavirus-virologen-1.4887512.

    Natürlich kann auch eine reale Gefahr missbraucht werden. So geschehen beim Kampf gegen Kinderpornografie, der die Einführung weitreichender Zensurmaßnahmen im Internet ermöglicht hätte – was damals Ursula von der Leyen den zweifelhaften Ehrentitel #Zensursula einbrachte: https://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula. Auch die diskutierte Klarnamenpflicht oder Zugriff auf Internetprovider zur Bekämpfung von Hasserede liefern hierfür ein weiteres Beispiel. Hatespeech ist gefährlich und müsste juristisch effektiver bekämpft werden. Die vorgeschlagenen Eingriffe in die Internetkommunikation sind allerdings ein durchschaubares Manöver, die relevante #NoHateSpeech-Debatte für andere Zwecke auszunutzen: https://netzpolitik.org/2017/hate-speech-union-und-spd-wollen-klarnamen-internet-durch-die-hintertuere.

    Grunderechte: Den schwierig einzuschätzenden Fall der Anwältin Bahner aus Heidelberg hat das Portal T-Online am regelmäßigsten und sachlich verfolgt. Hier kann sich jede(r) selbst versuchen ein Bild zu machen: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_87707686/corona-anwaeltin-juristin-beate-bahner-darf-psychiatrie-verlassen.html. T-Online fällt uns in letzter Zeit immer wieder als Portal mit eigenständiger Recherche bzw. unabhängiger Fragestellung auf: https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_87744694/virologe-jonas-schmidt-chanasit-impfstoff-fruehestens-naechstes-jahr-.html. Diese Seite ergänzt sowohl das Podcastfieber in Sachen Corona, als auch das Aufzeigen von Vielstimmigkeit unter den Virologen – und zwar allein schon von denen, die von einer Gefährlichkeit des Virus ausgehen, aber die Folgen unterschiedlich einschätzen. Lesenswert der Kommentar von Thomas Fischer zur notwendigen Grunderechte-Debatte: https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Vom-Beginn-einer-Skepsis-4710285.html.

    Zur Information über die aktuell propagierten Überwachungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Debatte empfehlen wir neben Netzpolitik.org (z.B. CCC https://netzpolitik.org/2020/ccc-warnt-bundesregierung-vor-zentralistischer-corona-app-covid19-contact-tracing-pepppt-dp3t) auch und besonders Heise.de – etwa ganz aktuell über die Implikationen, die Tracking Apps (jenseits von Freiwilligkeit) bedeuten würden: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Coronavirus-Kontaktverfolgung-wird-Teil-von-Android-und-iOS-4702166.html. Auf dem gleichen Portal ein kritisch-nachdenklicher Kommentar des ehemaligen Richters Peter Vonnahme: https://www.heise.de/tp/features/Corona-Rechtsstaat-auf-dem-Pruefstand-4706155.html?seite=all. Zum Themenkomplex (nachhaltige) Überwachung-(sImplementierung) werden die Augen besonders wachsam bleiben müssen – und teilweise wird es auch schon gemacht (s.o.) und z.B. hier https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-eingriff-in-die-grundrechte-wie-weit-geht-der-staat-100.html oder hier https://www.deutschlandfunk.de/tracking-technologien-was-wir-tun-reicht-weit-ueber-die.694.de.html?dram:article_id=474071 auch in den öffentlich-rechtlichen Medien ernst genommen. Die Süddeutsche Zeitung hat eigens eine Rubrik Überwachung eingerichtet und Beiträge dazu gebündelt: https://www.sueddeutsche.de/thema/{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}9Cberwachung. Der Twitterer @tante verweist in einem Thread vom 24. April 2020 mit Link auf das Fraunhofer Institut https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2020/april/proximity-tracing-mit-der-app-gegen-sars-cov-2.html auf die Implikationen der geplanten Tracing App, die weit über eine Kontaktverfolgung hinausgeht und eher in Richtung eines digitalen Gesundheitspasses deuten könnte. Vor einer vergleichbaren Entwicklung warnt Norbert Häring auf seinem Blog und verweist auf das Szenario der Rockefeller Foundation: https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/id2020-ktdi-apple-google. Da könnte am Ende jenseits von Visavergaben und Passkontrollen eine digitale (Flug-)Reiseerlaubnis stehen – verknüpft mit Bonitäts- und Impfprüfung… etc. pp. (vgl. https://www.golem.de/news/gesundheitsaemter-landkreise-fordern-verpflichtende-corona-app-2004-148108.html).

    Auch die sozialen Aspekte dürfen nicht aus dem Fokus geraten: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-am-rand-der-gesellschaft-wie-die-corona-krise-armut-verschaerft–100.html. Von internationaler Verantwortung – jenseits vom Entsenden von Militärs – ganz zu schweigen: https://www.dw.com/de/fl{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}BCchtlingskinder-aus-griechenland-landen-in-luxemburg/a-53135055. Mal sehen, ob die Fridays for Future die Möglichkeiten aufgreifen, die sich als realistisch in der Krise zeigen – plötzlich entscheidet Politik auch gegen Wirtschaftsinteressen und es darf die Frage gestellt werden: Was braucht der Mensch (eigentlich – und was nicht)? Auch ökologische Gedanken und Forderungen gehen langsam in die Mediendebatte ein, wie hier ansatzweise in der FAZ https://www.faz.net/aktuell/finanzen/massive-staatshilfen-fuer-air-france-klm-16741361.html. Aber die in die gleiche Richtung tednierenden Forderungen der FFF, nicht das alte und umweltschädliche Wirtschaften zu subventionieren, wird immer noch als Gegensatz zur Corona-Krise geframed: entweder Corona- oder Klima-Hilfe. Das ist ein künstlich formulierter und kein realer Widerspruch. Diesen Ansatz konnte man in der empfehlenswerten Titel-Thesen-Termperamente-Sendung vom 26. April 2020 finden: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/index.html.

    Besonders muss hinterfragt werden, wie heterogen die Beratungsgremien für die Politik sind, ob sie überhaupt die Auswirkungen der Maßnahmen für die gesamte Gesellschaft einschätzen können: https://ze.tt/leopoldina-warum-expertinnenteams-zu-homogen-sind-corona-krise. Und natürlich muss immer hinterfragt werden, wie vehement Lobbygruppen im politischen Berlin agieren – wir dürfen davon ausgehen, dass die Pharmaindustrie dort gut vertreten ist. Dass man sich einen heilsbringenden Impfstoff wünscht, lässt sich natürlich auch ausnutzen. Wir verweisen in dem Zusammenhang auf Erfahrungen mit der Schweinegrippe, die damals von der Tagesschau kritisch kommentiert wurden: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/schweinegrippe450.html. Im Gegensatz dazu darf man sich fragen, welches Mandat und welche Qualitfikation eigentlich Bill Gates hat, dass er minutenlange Sendezeit zur Primetime in der Tagesschau als deutschlandweite TV-Hauptnachrichtensendung und auf deren Youtube-Kanal erhält: https://www.youtube.com/watch?v=083VjebhzgI.

    Wir haben hier auch auf Anfragen reagiert, die uns in letzter Zeit erreichten. Gerne geben wir wieder zusammenfassende und überprüfte Informationen heraus, wenn dies gewünscht wird! Auch hier äußern wir uns regelmäßig: www.medien-meinungen.de – @IMV_Berlin und @IMVErlangen auf Twitter – auf Facebook findet Ihr uns unter dem Institutsnamen. Und nein, wir werden im Moment keinen Podcast und kein neues Video-Format auflegen. Um das in angemessener Qualität tun zu können, dafür fehlen uns schlicht die Ressourcen.

    IMV News

    In der aktuellen Krise zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Medien ihre Arbeit transparent machen und sagen, wie sie arbeiten und weshalb sie was für relevant einschätzen und anderes nicht – ob und wie sie Gegenthesen überprüft haben und überhaupt, wie denn Qualität in Qualitätsmedien entstehen soll bzw. beurteilt werden kann.

    Dazu laden wir auch in diesem Jahr wieder zu unserer Woche der Transparenz ein, wo Medien aufgefordert sind, ihren Beiträgen den Entstehungskontext vorzuschalten und damit für das Publikum die Arbeitsweise transparent zu machen. Dies ist ein aktiver Beitrag zur Medienbildung und schafft Vertrauen – jenseits irrationaler Glaubensbekenntnisse.

    Unsere Pressemitteilung zur Transparenz-Woche finden Sie hier:

    Unsere neue Website ist – mit noch einigen Macken – nun online. Wenn Euch etwas auffällt, meldet uns das bitte gerne!

    Und wer uns bei der Finanzierung unterstützen oder andere darauf aufmerksamk machen möcht, kann dazu auch diesen Link verwenden: https://www.gofundme.com/f/medienverantwortung-fordern. Mit herzlichem Dank!