Jetzt unterstützen
Sie hören:
x
x

    EU übernimmt Medienkontrolle, IMV Newsletter Mai 2022

    Liebe Interessierte, 

    unter dem etwas zuspitzenden Titel möchten wir auf einige aktuelle Entwicklungen hinweisen, die im Windschatten der Kriegsberichtersattung – man ist fast geneigt zu schreiben, Kriegsbegeisterung – unterzugehen drohen: Die medienrechtlichen Entscheidungen der EU-Kommission ohne parlamentarische Kontrolle.Während Russland das Wort „Krieg“ verbietet und NGOs und Medien schließt, werden auf EU-Ebene jenseits von EU-Zuständigkeit Feindsender, wie RT und Sputnik, verboten: https://lostineu.eu/das-rt-verbot-war-nur-der-anfang

    Siehe auch Sondernewsletter des IMV.Wir teilen die Bedenken des Hamburger Kultursenators Carsten Brosda, dass hier medienrechtliche Grenzen überschritten werden, deren langfristige Auswirkungen man jetzt noch nicht erkennen mag – während der Kommentator der FAZ sich auf den Blick auf die Betroffenen, RT und Sputnik, beschränkt.
    Auch, wenn die Kritik an RT und Sputnik berechtigt ist, müsste man doch über den Badenwannenrand der eigenen Besorgnis hinausblicken und sehen, was passieren kann, wenn die EU in Landesmedienrecht eingreift und wenn auf Regierungsebene beschlossen wird, was noch veröffentlicht werden darf und was nicht.

    Wer nämlich auf Meinungs- und Pressefreiheit pocht und sie gleichzeitig einschränkt, verliert an Glaubwürdigkeit – und Doppelmaß ist das zersetzend wirkende Gift nicht nur in Krieg und Krise; von der unterbelichteten Klimakatastrophe wollen auch wir schweigen. Es war allerdings die russische Nachrichtenagentur Sputnik, die die einzigen Bilder von der Verhaftung Julian Assanges aus der Ecuadorianischen Botschaft gemacht hatten, die alle anderen Medien übernehmen mussten, weil sonst niemand geahnt hatte, was da passieren wird.

    Nun kann man fragen, inwiefern das gut war, weil es sich um geplante Fotos handelt. Denn man hatte Assange wochenlang das Rasierzeug entzogen und offensichtlich das Bild eines verwahrlosten Outlaws inszeniert. Das wäre im Kontext von PR und Journalismus zu diskutieren, was ja auch gerade im Krieg eine wichtige Rolle spielen dürfte, angesichts der enormen Summen, die nun für Kriegspropaganda ausgegeben werden – nicht nur auf russischer Seite, wie man z.B. hier erfährt: https://www.zerohedge.com/geopolitical/part-bidens-mammoth-33bn-spending-package-will-support-ukraines-information-warfare

    Während also in Russland nur noch Staatsmedien die Sicht des Kremls verkünden dürfen, degradieren sich westliche Medien durch Nichtwachsamkeit gerade selbst. Denn die EU-Kommission hat noch weitergehende Pläne, die gerade im Windschatten der Kriegsberichterstattung implementiert werden (können). So wurde in letzter Sekunde eine Klausel in den Digital Services Act (DAS) eingefügt, die es der EU-Politik in Zukunft erlauben soll „Desinformation, Fake-News und Hate-Speech zu bekämpfen“ – angeblich auf drei Monate beschränkt. Wer sieht, was gerade in Sachen Kriegsberichterstattung (nicht) ausgefochten wird, mag erahnen, was hier alles möglich wird.
    Das Prinzip der Selbstkontrolle hatte historisch wichtige Gründe: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/29527/pressefreiheit-durch-selbstkontrolle.
    Aber die Rolle Brüssels ist ambivalent, wie der Brüsseler Korrespondent Bonse schreibt, denn dass die digitalen Plattformen nicht der Hort der Meinungsfreiheit sind, wissen wir auch längst: https://taz.de/Einigung-aufs-Digitale-Dienste-Gesetz/!5846896

    Zensur und Desinformation, IMV Sonder-Newsletter April 2022

    Ein Beitrag von Eric Bonse, Brüssel, 11. April 2022
     

    „Außergewöhnliche Zeiten verlangen nach außergewöhnlichen Maßnahmen“: Mit diesen Worten begründete die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Vera Jourova, Anfang März das EU-weite Verbot für die russischen Staatsmedien RT und Sputnik. „Wir alle stehen für die Redefreiheit, aber sie darf nicht zur Verbreitung von Kriegspropaganda missbraucht werden. Der Kreml hat Informationen zur Waffe gemacht.“

    https://taz.de/EU-Verbot-russischer-Staatssender/!5835571&s=bonse/

    Es war ein Tabubruch, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sind Meinungs- und Pressefreiheit ein integraler Bestandteil der EU-Grundrechtecharta. „Jede Person hat das Recht auf freie Meinungsäußerung. Dieses Recht schließt die Meinungs­freiheit und die Freiheit ein, Informationen und Ideen ohne behördliche Eingriffe und ohne Rücksicht auf Staatsgrenzen zu empfangen und weiterzugeben“, heißt es in Artikel 11. Er wurde mißachtet.

    https://www.europarl.europa.eu/germany/resource/static/files/europa_grundrechtecharta/_30.03.2010.pdf

    Zum anderen ist die EU-Kommission für die Zulassung von Medien gar nicht zuständig. Dies ist Sache der 27 EU-Mitgliedsländer. In Deutschland liegt die Kompetenz bei den Landesmedienanstalten. Die Brüsseler Behörde hat ihre Kompetenzen eindeutig überschritten und zwei (aus guten Gründen) getrennte Bereiche – die Medienpolitik und die Außenpolitik – unzulässig miteinander vermischt. 

    Dabei machte sie sich nicht einmal die Mühe, die Notwendigkeit der Maßnahme zu belegen oder zu erklären. Man werde „nicht zulassen, dass Apologeten des Kremls ihre toxischen Lügen zur Rechtfertigung von Putins Krieg verbreiten oder Zwist in unserer Union säen“, erklärte die deutsche Behördenchefin Ursula von der Leyen – das mußte als Begründung reichen.

    Großen Widerstand gab es nicht, sieht man von einzelnen Europaabgeordneten und NGOs wie EDRI ab, die die mangelnde Mitwirkung des Parlaments bemängeln. 

    Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen stehen „Fake News“ und „Desinformation“ aus Russland bereits seit Jahren im Fokus der EU. Wegen des Ukraine-Konflikts wurde im Auswärtigen Dienst EAD schon 2015 eine Taskforce für „Strategische Kommunikation“ eingerichtet. 

    —-> https://medien-meinungen.de/2021/10/wie-eu-und-nato-gegen-desinformation-vorgehen/

    Der Boden für regulative Eingriffe war also bereitet, und das schon seit Jahren. Zum anderen hat die EU ihr Verbot nicht als Maßnahme gegen bestimmte Informationen, Meinungen oder Journalisten präsentiert, sondern als „restriktive Maßnahme“ (Sanktion) gegen russische „Manipulation“. Sie kann sich so als Hüterin einer freien Öffentlichkeit präsentieren und den Vorwurf der Zensur abwehren.

    Unbequeme Meinungen müsse man verkraften, auch wenn sie einem nicht passen, heißt es im EAD in Brüssel. Die rote Linie verlaufe aber da, wo missliebige Informationen oder Meinungen „inauthentisch verstärkt“ würden. „Deshalb haben wir RT und Sputnik sanktioniert – nicht weil wir Kritik nicht verkraften oder Kritiker mundtot machen wollen, sondern weil sie manipulieren“.

    Manipulation laufe auf drei Ebenen, sagt ein EAD-Experte, der namentlich nicht genannt werden möchte: Über Inhalte, Identitäten und Reichweite. Zuerst würden falsche Inhalte („Fake News“) in die Welt gesetzt. Dann würden sie unter falscher Identität über Fake-Portale wie „News Front“ verbreitet. Schließlich würden sie auch noch durch soziale Medien und andere Tricks massiv verstärkt. 

    Damit erreiche die Manipulation eine neue Qualität, die weit über einfache Falschmeldungen und klassische Desinformation hinausgehe, so der EAD-Insider. Die EU stehe in einem „Kampf der Narrative“, erklärte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell beim jüngsten Treffen der Außenminister am 11. April in Luxemburg. Der Info-Krieg mit Russland sei noch längst nicht entschieden. 

    In Brüssel denkt man daher bereits über die nächsten Eingriffe in die Meinungs- und Medienfreiheit nach. Sie kommen nicht ganz so abrupt daher wie das Verbot von RT und Sputnik, sind aber nicht minder wirksam. So hat Borrell dafür gesorgt, dass Desinformation und Manipulation im neuen „Strategischen Kompass“, also der außenpolitischen Doktrin der EU, verankert wurden.

    Die EU wird „ein Instrumentarium gegen ausländische Informationsmanipulation und Einmischung entwickeln“, heißt es darin. 

    www.consilium.europa.eu

    Damit kann Brüssel künftig nicht nur gegen unerwünschte Nachrichten und Meinungen aus Russland, sondern auch aus China und anderen als feindlich wahrgenommenen Ländern vorgehen. Im Ukraine-Krieg unterstütze China bereits jetzt „russische Narrative“, heißt es in Brüssel. Allerdings geschehe dies noch subtiler als in Russland. Gleichwohl müsse man wachsam sein und aktiv gegensteuern.

    Als Vorbild gilt Frankreich, wo der Kampf gegen Desinformation in der nationalen Sicherheitsstrategie verankert wurde und eine eigene Agentur an der „Abwehr“ arbeitet. Das Europaparlament will dem nacheifern und ein „europäisches Zentrum zur Informationsintegrität“ gründen. Außerdem soll die „Strategische Kommunikation“ der EU ausgebaut werden, fordert ein Sonderausschuss.

    www.politico.eu

    Derweil baut die EU-Kommission ihren Zugriff auf das Internet und große Plattformen wie Facebook und Twitter aus. Der „Digital Service Act“ und ein „Code of Practice“ sollen die Internet-Giganten dazu bringen, missliebige Inhalte zu unterdrücken. Auch die „Monetarisierung“ von Angeboten, „die den Krieg ausnutzen, leugnen oder billigen“ (etwa über Google Adsense) soll unterbunden werden.

    https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/news/disinformation-online-platforms-continue-code-practice-revision-light-war-ukraine-and-report-first

    Und das ist noch längst nicht alles: Die EU-Kommission will nach einem Bericht von „Netzpolitik“ auch die Suchergebnisse und Social-Media-Inhalte zensieren. Wer Inhalte von RT, Sputnik oder anderen missliebigen Medien zitiert, soll keine Verbreitung mehr auf Google & Co. finden. Sogar eine Diskussion über RT-Propaganda könnte auf diese Weise verboten werden, mutmaßt „Netzpolitik“.

    „Wir wollen möglichst wenig Eingriffe“, heißt es beim EAD. „Wir sind keine Zensurbehörde und wollen auch keine sein.“ Doch die Praxis sieht anders aus. Unter dem Eindruck des Ukrainekriegs schränkt die EU die Meinungsfreiheit immer mehr ein. Mit schwammigen Begriffen wie „Manipulation“ und „Einmischung“ wird das Feld des Unerwünschten und Unsagbaren beständig ausgeweitet.

    Mai 2020 – Corona und Medientransparenz

    Liebe Interessierten,

    auch wir beginnen mit Corona. Wir haben lange gezögert und tun dies ohne zum Hobby-Virologen zu mutieren. Als Laien können wir die medizinische Sachlage nicht einschätzen. Und das ist auch nicht nötig, um zur Mediendebatte Stellung zu nehmen und Ihnen Kriterien an die Hand zu geben, um Medienprodukte einzuschätzen. Besonders am Herzen liegen uns Hinweise auf mögliche Gefahren durch die Aussetzung von Grundrechen und der Implementierung von Überwachungsmaßnahmen. Wir lehnen die Verknüpfung der Warnung vor Degeneration des Rechtsstaates mit einer Verharmlosung einer möglichen Gefahr für die Gesundheit ab.

    Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie etwa die Aussagen des Charité-Virologen Drosten in den einen Medien in die eine Richtung und in anderen in die andere Richtung zugespitzt werden (weil sie oft nicht auf seine Worte/Primärquelle, sondern auf die Berichterstattung anderer/Sekundärquellen reagieren), kann dies allein dadurch tun, das NDR-Update mit ihm in seiner ganzen Länge wirklich anzuhören: https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html. Ohne die Einschätzung der Influencerin Mai 100{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}ig zu teilen, möchten wir in Bezug auf die Kommunikatonsfähigkeit von Virulogen und die Medienleistungen in dem Zusammenhang gerne Ihr Videoformat empfehlen – auch, weil ihr Format MaiLab zeigt, dass im Netz eben nicht nur Beautyqueens und Verschwörungstheoretiker unterwegs sind: https://www.youtube.com/watch?v=u439pm8uYSk. Zum Abgleich ihrer persönlichen Einschätzung mit dem Auftreten des Virulogen Streeck hier der Vergleich zu einem Interview-Dialog mit Markus Lanz: https://www.youtube.com/watch?v=VP7La2bkOMo. Eine kritische und kontroverse Debatte über die Medienleistungen in dieser Zeit finden Sie auf dem Blog der kritischen Kommunikationswissenschaft an der LMU: https://medienblog.hypotheses.org.

    Als besonders lesens- und empfehlenswert möchten wir den Beitrag von Elisabeth Voß (in Der Rabe Ralf) herausstellen: https://www.grueneliga-berlin.de/publikationen/der-rabe-ralf/aktuelle-ausgabe/corona-aendert-alles. Sie geht auf wichtige HIntergründe ein, die in der medialen Öffentlichkeit weitestgehend unterbelichtet bleiben. Ihre Website scheint uns mit Blick auf das Thema Nachhaltigkeit darüber hinaus lohnenswert: http://www.elisabeth-voss.de. Sicherlich wird zu verfolgen sein, ob und was die Australische Forderung nach einer umfassenden Untersuchung zur Covid-Pandemie und dem Umgang damit zu Tage fördert: https://www.youtube.com/watch?v=8mbztKL15V8.

    Wir empfehlen die Überprüfung kursierender Zahlen – sowohl die Vermeldung absoluter Zahlen von Infektionen ohne Bezugsgrößen (die einmal die FAZ aufgelistet hatte https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/coronavirus-im-faktencheck-wie-toedlich-ist-der-neue-erreger-16618831.html), als auch die über jährlich auftretende Influenza-Infektionen, die Zahlen eines Ausnahmejahres als Durchschnittswert präsentieren. Oder auch der Vergleich zu Toten durch Keime in Krankenhäusern, was in der Tat ein unterschätztes und medial unterbelichtetes Thema in Deutschland ist, weil hier jährlich Tausende Menschen an in Krankenhäusern übertragenenen Keimen sterben – jedoch nicht so viele, wie eine europaweite Zahl angibt: https://www.tagesschau.de/inland/infektionen-101.html und https://www.jungewelt.de/artikel/376912.gesundheitswesen-in-der-brd-krank-durchs-krankenhaus.html. Die Zahlen sind übrigens vage, weil viele Betroffene nicht sofort versterben, sondern oft erst nach Jahren des Kampfes mit bzw. gegen Krankenhauskeime – deren Übertragung durch die ökonomische Effizienzsteigerung im Gesundheitswesen auf Anraten von Bertelsmann, McKinsey und Leopoldina noch verstärkt wurde, weil zum Beispiel die Desinfektionszeit durch Personalknappheit nicht eingehalten werden kann. Das scheint uns ein Thema zu sein, das Medien als (idealtypische) Vierte Gewalt vermehrt aufgreifen sollten, denn hier stehen deutsche Krankenhäuser – etwa im Vergleich mit den Niederlanden – besonders schlecht da. Eine gute Stelle, um ein schon älteres und jetzt umso aktuelleres Filmprojekt zu empfehlen: http://der-marktgerechte-patient.org. Leider spielen unsere Medien nicht unbedingt eine konstruktive Rolle: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/christian-drosten-corona-krise-coronavirus-virologen-1.4887512.

    Natürlich kann auch eine reale Gefahr missbraucht werden. So geschehen beim Kampf gegen Kinderpornografie, der die Einführung weitreichender Zensurmaßnahmen im Internet ermöglicht hätte – was damals Ursula von der Leyen den zweifelhaften Ehrentitel #Zensursula einbrachte: https://netzpolitik.org/2009/die-dreizehn-luegen-der-zensursula. Auch die diskutierte Klarnamenpflicht oder Zugriff auf Internetprovider zur Bekämpfung von Hasserede liefern hierfür ein weiteres Beispiel. Hatespeech ist gefährlich und müsste juristisch effektiver bekämpft werden. Die vorgeschlagenen Eingriffe in die Internetkommunikation sind allerdings ein durchschaubares Manöver, die relevante #NoHateSpeech-Debatte für andere Zwecke auszunutzen: https://netzpolitik.org/2017/hate-speech-union-und-spd-wollen-klarnamen-internet-durch-die-hintertuere.

    Grunderechte: Den schwierig einzuschätzenden Fall der Anwältin Bahner aus Heidelberg hat das Portal T-Online am regelmäßigsten und sachlich verfolgt. Hier kann sich jede(r) selbst versuchen ein Bild zu machen: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_87707686/corona-anwaeltin-juristin-beate-bahner-darf-psychiatrie-verlassen.html. T-Online fällt uns in letzter Zeit immer wieder als Portal mit eigenständiger Recherche bzw. unabhängiger Fragestellung auf: https://www.t-online.de/nachrichten/wissen/id_87744694/virologe-jonas-schmidt-chanasit-impfstoff-fruehestens-naechstes-jahr-.html. Diese Seite ergänzt sowohl das Podcastfieber in Sachen Corona, als auch das Aufzeigen von Vielstimmigkeit unter den Virologen – und zwar allein schon von denen, die von einer Gefährlichkeit des Virus ausgehen, aber die Folgen unterschiedlich einschätzen. Lesenswert der Kommentar von Thomas Fischer zur notwendigen Grunderechte-Debatte: https://www.heise.de/tp/features/Covid-19-Vom-Beginn-einer-Skepsis-4710285.html.

    Zur Information über die aktuell propagierten Überwachungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Corona-Debatte empfehlen wir neben Netzpolitik.org (z.B. CCC https://netzpolitik.org/2020/ccc-warnt-bundesregierung-vor-zentralistischer-corona-app-covid19-contact-tracing-pepppt-dp3t) auch und besonders Heise.de – etwa ganz aktuell über die Implikationen, die Tracking Apps (jenseits von Freiwilligkeit) bedeuten würden: https://www.heise.de/newsticker/meldung/Coronavirus-Kontaktverfolgung-wird-Teil-von-Android-und-iOS-4702166.html. Auf dem gleichen Portal ein kritisch-nachdenklicher Kommentar des ehemaligen Richters Peter Vonnahme: https://www.heise.de/tp/features/Corona-Rechtsstaat-auf-dem-Pruefstand-4706155.html?seite=all. Zum Themenkomplex (nachhaltige) Überwachung-(sImplementierung) werden die Augen besonders wachsam bleiben müssen – und teilweise wird es auch schon gemacht (s.o.) und z.B. hier https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-eingriff-in-die-grundrechte-wie-weit-geht-der-staat-100.html oder hier https://www.deutschlandfunk.de/tracking-technologien-was-wir-tun-reicht-weit-ueber-die.694.de.html?dram:article_id=474071 auch in den öffentlich-rechtlichen Medien ernst genommen. Die Süddeutsche Zeitung hat eigens eine Rubrik Überwachung eingerichtet und Beiträge dazu gebündelt: https://www.sueddeutsche.de/thema/{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}9Cberwachung. Der Twitterer @tante verweist in einem Thread vom 24. April 2020 mit Link auf das Fraunhofer Institut https://www.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/2020/april/proximity-tracing-mit-der-app-gegen-sars-cov-2.html auf die Implikationen der geplanten Tracing App, die weit über eine Kontaktverfolgung hinausgeht und eher in Richtung eines digitalen Gesundheitspasses deuten könnte. Vor einer vergleichbaren Entwicklung warnt Norbert Häring auf seinem Blog und verweist auf das Szenario der Rockefeller Foundation: https://norberthaering.de/die-regenten-der-welt/id2020-ktdi-apple-google. Da könnte am Ende jenseits von Visavergaben und Passkontrollen eine digitale (Flug-)Reiseerlaubnis stehen – verknüpft mit Bonitäts- und Impfprüfung… etc. pp. (vgl. https://www.golem.de/news/gesundheitsaemter-landkreise-fordern-verpflichtende-corona-app-2004-148108.html).

    Auch die sozialen Aspekte dürfen nicht aus dem Fokus geraten: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-am-rand-der-gesellschaft-wie-die-corona-krise-armut-verschaerft–100.html. Von internationaler Verantwortung – jenseits vom Entsenden von Militärs – ganz zu schweigen: https://www.dw.com/de/fl{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}BCchtlingskinder-aus-griechenland-landen-in-luxemburg/a-53135055. Mal sehen, ob die Fridays for Future die Möglichkeiten aufgreifen, die sich als realistisch in der Krise zeigen – plötzlich entscheidet Politik auch gegen Wirtschaftsinteressen und es darf die Frage gestellt werden: Was braucht der Mensch (eigentlich – und was nicht)? Auch ökologische Gedanken und Forderungen gehen langsam in die Mediendebatte ein, wie hier ansatzweise in der FAZ https://www.faz.net/aktuell/finanzen/massive-staatshilfen-fuer-air-france-klm-16741361.html. Aber die in die gleiche Richtung tednierenden Forderungen der FFF, nicht das alte und umweltschädliche Wirtschaften zu subventionieren, wird immer noch als Gegensatz zur Corona-Krise geframed: entweder Corona- oder Klima-Hilfe. Das ist ein künstlich formulierter und kein realer Widerspruch. Diesen Ansatz konnte man in der empfehlenswerten Titel-Thesen-Termperamente-Sendung vom 26. April 2020 finden: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/index.html.

    Besonders muss hinterfragt werden, wie heterogen die Beratungsgremien für die Politik sind, ob sie überhaupt die Auswirkungen der Maßnahmen für die gesamte Gesellschaft einschätzen können: https://ze.tt/leopoldina-warum-expertinnenteams-zu-homogen-sind-corona-krise. Und natürlich muss immer hinterfragt werden, wie vehement Lobbygruppen im politischen Berlin agieren – wir dürfen davon ausgehen, dass die Pharmaindustrie dort gut vertreten ist. Dass man sich einen heilsbringenden Impfstoff wünscht, lässt sich natürlich auch ausnutzen. Wir verweisen in dem Zusammenhang auf Erfahrungen mit der Schweinegrippe, die damals von der Tagesschau kritisch kommentiert wurden: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/schweinegrippe450.html. Im Gegensatz dazu darf man sich fragen, welches Mandat und welche Qualitfikation eigentlich Bill Gates hat, dass er minutenlange Sendezeit zur Primetime in der Tagesschau als deutschlandweite TV-Hauptnachrichtensendung und auf deren Youtube-Kanal erhält: https://www.youtube.com/watch?v=083VjebhzgI.

    Wir haben hier auch auf Anfragen reagiert, die uns in letzter Zeit erreichten. Gerne geben wir wieder zusammenfassende und überprüfte Informationen heraus, wenn dies gewünscht wird! Auch hier äußern wir uns regelmäßig: www.medien-meinungen.de – @IMV_Berlin und @IMVErlangen auf Twitter – auf Facebook findet Ihr uns unter dem Institutsnamen. Und nein, wir werden im Moment keinen Podcast und kein neues Video-Format auflegen. Um das in angemessener Qualität tun zu können, dafür fehlen uns schlicht die Ressourcen.

    IMV News

    In der aktuellen Krise zeigt sich, wie wichtig es ist, dass Medien ihre Arbeit transparent machen und sagen, wie sie arbeiten und weshalb sie was für relevant einschätzen und anderes nicht – ob und wie sie Gegenthesen überprüft haben und überhaupt, wie denn Qualität in Qualitätsmedien entstehen soll bzw. beurteilt werden kann.

    Dazu laden wir auch in diesem Jahr wieder zu unserer Woche der Transparenz ein, wo Medien aufgefordert sind, ihren Beiträgen den Entstehungskontext vorzuschalten und damit für das Publikum die Arbeitsweise transparent zu machen. Dies ist ein aktiver Beitrag zur Medienbildung und schafft Vertrauen – jenseits irrationaler Glaubensbekenntnisse.

    Unsere Pressemitteilung zur Transparenz-Woche finden Sie hier:

    Unsere neue Website ist – mit noch einigen Macken – nun online. Wenn Euch etwas auffällt, meldet uns das bitte gerne!

    Und wer uns bei der Finanzierung unterstützen oder andere darauf aufmerksamk machen möcht, kann dazu auch diesen Link verwenden: https://www.gofundme.com/f/medienverantwortung-fordern. Mit herzlichem Dank!