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    Buchankündigung Medienanalyse + freeAssange, IMV Newsletter Januar 2021

    Liebe Interessierten,

    mit allen guten Wünschen für 2021 melden wir uns zu den Aufgaben der Medienverantwortung zurück.

    Am Sonntag nahmen wir in Berlin bei der Kundgebung zur Freilassung von Julian Assange teil mit einem spontanen Aufruf von Sabine Schiffer an die Medien, mehr über den skandalöschen Fall zu berichten mit Blick auf Pressefreiheit und Whistleblowerschutz (hier nachzuhören: www.youtube.com/watch?v=SCskSaJjVlM).

    Am 4. Januar 2021 dann eine einerseits erleichternde Entscheidung des Londoner Gerichts, Assange nicht an die USA auszuliefern, allerdings mit einer individualisierenden und psychologisierenden Begründung (nicht falsch, aber), die weder die Falschbehauptungen aus den USA korrigiert, noch die Aufklärung der Verbrechen verlangt, die u.a. Wikileaks aufgedeckt hat. Während die meisten Medien beim Framing der „umstrittenen Person“ bleiben, wie etwa der Deutschlandfunk heute morgen in einem Unbeteiligungs-Framing von Meinungsstreit (von anderen) – so empfehlen wir den längeren Hintergrund des DLF zum Thema, der die Thematik etwas differnzierter ausleuchtet:

    www.deutschlandfunk.de/der-fall-assange.4161.de.html

    Reporter ohne Grenzen beziehen ganz klar Stellung mit dieser Position:

    www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/assange-entscheidung-erleichterung-und-kritik

    Konstant kritisch berichtet hatten vor allem linke Medien und das blieben sie auch in der Beurteilung des Prozessausgangs:

    www.neues-deutschland.de/artikel/1146534.julian-assange-auslieferung-von-assange-vorerst-abgelehnt.html & www.jungewelt.de/artikel/393668.usa-gegen-assange-nur-ein-erster-schritt.html

    Wir finden den Urteilsspruch übrigens clever, um Ruhe in die Sache zu bringen – denn alles andere hätte vielleicht mehr Kräfte mobilisiert, als was den politisch Verantwortlichen genehm gewesen wäre…

    Ankündigung – IMV News & IMV Termine

    Am 1. Feburar 2021 erscheint das neue Buch von Sabine Schiffer im Westend Verlag: Medienanalyse – ein kritisches Lehrbuch, www.westendverlag.de/buch/medienanalyse. Es richtet sich an alle, die an Medien interessiert sind – Medienmachende, wie Mediennutzende – und vermittelt Grundlagen zur Förderung von Media Literacy. Da medienvermitteltes Wissen durch Medien aller Art eine wesentliche Grundlage unserer Entscheidungen bilden, in Alltag und Politik, ist eine Auseinandersetzung mit medialen Konstruktionsprinzipien und -mechanismen geboten. Dies gilt für den Bildungsbereich, in Schule, Studium und beruflicher Bildung, sowie im lebenslangen Lernen der Erwachsenenbildung. Und da Medienmacher auch Mediennutzer sind, sind sie ebenfalls eingeladen sich kritisch mit der eigenen Gestaltungstätigkeit auseinander zu setzten – aber auch mit Einflussfaktoren von außen durch PR und Lobbyismus. Anhand realer Beispiele und Ereignisse wird hier ein Katalog an Analysewerkzeugen und Kriterien zusammen gestellt, der sowohl im Alltag der Mediennutzung, als auch zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung angewandt werden kann.

    Wir freuen uns auf vertiefende Diskussionen!

    Schluss mit 2020 – auf ein besseres 2021! Sonder-Newsletter Dezember 2020

    Liebe Interessierten und Unterstützer,

    dieses Jahr war besonders außergewöhnlich und hart – im Vergleich zu vielen anderen sind wir bisher noch einigermaßen glimpflich davon gekommen. Also, uns gibt es noch – aber so langsam droht uns die Puste auszugehen. Zum Glück haben die meisten von uns noch ein anderes Standbein, sonst hätten wir bereits aufgeben müssen.

    Unsere 15-Jahreskonferenz haben wir nach zweimaligem Verschieben für dieses Jahr ganz abgesagt. Auch vieles andere konnte nicht stattfinden, einige Fortbildungsveranstaltungen und Interviews wurden ins Internet verlegt. Wir haben teilweise die reduzierten Möglichkeiten dazu genutzt, um Grundsätzliches auf den Weg zu bringen. Den Relaunch der Websites und zwei Buchprojekte. Constantin Wagner und Sabine Schiffer haben die zweite Auflage von „Antisemitismus und Islamophobie, ein Vergleich“ überarbeitet.

    Und Sabine Schiffer hat ihre langjährige Erfahrung und Methodenwissen in ein Lehrbuch zur kritischen „Medienanalyse“ verpackt. Dieses soll am 1. Februar 2021 erscheinen und wird der Auftakt zu einer neuen Wissenschaftsreihe beim Westend-Verlag sein, mit einem Ansatz angewandter Wissenschaft und dem Anspruch auch für die Medienbildung in Schulen zu taugen. Natürlich werden wir nicht müde, weiterhin ein Schulfach Medienbildung zu fordern.

    Wie man im politischen Bereich den Eindruck hat – zum Beispiel beim Auflegen nachhaltig demokratieeinschränkender Gesetze, wie dem Infektionsschutzgesetz – so scheint auch im Bildungsbereich die Situation für manche günstig, um Fakten zu schaffen. Die Behörden haben es zum großen Teil versäumt, eigene datensichere Plattformen zu schaffen, um Schüler nicht den Großkonzernen der IT-Branche auszuliefern, wenn sie digital beschult werden. Dazu haben wir einige Pressemitteilungen herausgegeben und verweisen hier noch einmal auf den Blog des Bundestagsabgeordneten Kuketz, der immer wieder wichtige Beiträge rund um die Thematik bereit hält: www.kuketz-blog.de.

    Im Laufe des Jahres sind Fachartikel erschienen, die Sie in diesen Büchern finden:
    „Diskursintervention“https://www.springer.com/de/book/9783658305581
    und „Medienkritik“https://www.halem-verlag.de/medienkritik-zwischen-ideologischer-instrumentalisierung-und-kritischer-aufklaerung

    Zum Thema Corona-Berichterstattung sind wir auf der Linie von Stephan Ruß-Mohl, der in der Süddeutschen Zeitung mit „DaS Corona-Panikorchester“ einen bedenkenswerten Beitrag geleistet hat: https://www.sueddeutsche.de/medien/russ-mohl-gastbeitrag-corona-panikorchester-1.5075025. Weit davon entfernt, die Problematik dieses Virus zu leugnen, plädieren auch wir für eine realtische Einordnung der Thematik in andere lebensbedrohende Aspekte – womit wir gleichzeitig allen, die jegliche Relevanz und Gefahr von Covid19 leugnen, eine Absage erteilen. Bereits in unserem Newsletter vom Mai hatten wir entsprechend Stellung genommen: https://imv.blog-upcycling.de/2020/05/11/newsletter-mai-2020-2. Dass nun Kritiker der Maßnahmen oder auch andere kritische Stimmen in den sogenannten sozialen Medien Druck von großen Plattformen erfahren und Zensur erleben, ist ein dennoch ein ernstzunehmendes Problem – es beginnt immer dort, wo wir anfangen (staatliche oder private) Zensur zu akzeptieren (meistens dann, wenn es um anschlussfähige Themen wie Pornografie, Extremismus oder Kindesmisshandlung geht). Natürlich trifft die Verfolgung und Eindämmung von Fake-News am Ende nicht nur echte Manipulatoren, sondern immer auch die kritischen Stimmen, die sich weigern im „Mainstream“ mitzuschwimmen. Wer den Beitrag von Prof. Ruß-Mohl liest, versteht, dass es einen solchen Mainstream gibt.
    Es bleibt also, das wachsame Auge in alle Richtungen auch im nächsten Jahr zu behalten. Wir wollen das weiterhin kritisch und besonnen tun – und durch Ihre Unterstützung ist das möglich.

    An dieser Stelle einen herzlichen Dank an diejenigen, die durch kleine bis große Spenden dazu beitragen, dass unseren Arbeit auch in diesen schwierigen Zeiten fortgeführt werden kann.
    Wer das noch möglich machen kann, dem gilt unser Dank bereits im Voraus!
    Und wer von Ihnen ein ganz konkretes Vorhaben unterstützen möchte: unbedingt möchten wir Xenia Gleißners Ausstellung „Brexit – BrexShit“ möglichst bald zumindest online zeigen (zur Jahreskonferenz ging das ja leider nicht). Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt: https://www.betterplace.org/de/projects/85971-brexshit-oder-brexit-eine-ausstellung

    Allen alles Gute, einen klaren Kopf und Gesundheit fürs nächste Jahr und darüber hinaus!