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    911 revisited 20 Jahre + IMV News + Termine, Newsletter September 2021

    Liebe Interessierte,

    20 Jahre sogenannter „War on Terror“, den man genauso gut in „War to promote Terror“ umbenennen könnte. Bis zum Tod Peter Strutynskis vom Friedensratschlag in Kassel wurde diese beachtliche Liste an Eskalationsstufen zusammengetragen: www.ag-friedensforschung.de. Der Islamwissenschaftler Stefan Weidner geht im NDR Hörfunk auf die Zeit vor den 11. September 2001, die neo-kolonialen Einmischungen in die Länder des Nahen Ostens und die Auswüchse bis heute ein – die immer noch vom Doppelmaß bestimmt sind. Die Kritiker des Einmarsches in Afghanistan wurden lange als „naive Pazifisten“ belächelt, heute behalten sie recht – nach vielen weiteren Todesopfern, wie dies Fabian Scheidler erörtert. Den Verlauf der letzten 20 Jahre mit allen Kriegslügen und Lügenaposteln von George Bush über Joschka Fischer bis  heute, zeichnet der lesenswerte Beitrag von Wolf Wetzel nach.

    Und dieser hier von Florian Rötzer in krass-und-konkret.de.

    Von den Erinnerungszeremonien zum 20. Jahrestag der Terror-Anschläge in den USA möchte eine Initiative der Opfer-Familien von 911 den aktuellen Präsidenten, Joe Biden, ausladen – denn sie fordern eine Untersuchung der Beteiligung Saudi-Arabiens  an den Anschlägen; schließlich waren 15 der 19 Tatverdächtigen der Flugzeugentführungen und -crashs Saudis. Auch das wirft natürlich ein neues Licht auf die alte Frage: Warum Afghanistan? Selbst als Aufenthaltsort des Hauptverdächtigen, Osama Bin Laden, hätte es eines (internationalen) Haftbefehls bedurft, um eine Auslieferung zu verlangen. Einen Einmarsch rechtfertigt eine Nichtauslieferung nicht. Und die Behauptung einer Selbstverteidigung durch Einmarsch wirkte eher konstruiert, denn glaubwürdig, wie es die Forschungsstelle Dritte Welt am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft der LMU München erarbeitet hat.

    Die endgültige Entmachtung der UNO waren der Preis und die Folge des nachträglich erteilten Mandats, das kaum seine Völkerrechtswidrigkeit verbergen kann. 

    Am prägnantesten bringt derzeit das britische Portal Double Down News die Sachlage auf den Punkt – jenseits der offiziellen Narrative zu Afghanistan und 911. Hier zwei Beispiele:

    www.doubledown.news/watch/2021/august/20/good-riddance-to-the-war-on-terror-lowkey-on-afghanistan

    www.doubledown.news/watch/2021/august/24/former-british-soldier-destroys-official-afghanistan-narrative.

    IMV News

    Sabine Schiffer setzt sich ebenfalls kritisch mit dem Narrativ rund um den Afghanistan-Krieg auseinander, welches sich aus einigen Mythen im Nachgang der Terroranschläge in den USA speist und die auf mangelende Kenntnis in Sachen Völkerrecht im Journalismus hindeuten. Dabei erinnert sie auf Telepolis an Ahmed Shah Massud, eine weitestehend ausgeblendete Figur, die – wenn er nicht am 9. September 2001 im Windschatten von 911 ermordet worden wäre – vermutlich den Verlauf der Geschichte Afghanistans in andere Bahnen gelenkt hätte. Und last not least ein 10 Jahre alter Link zum Thema, mit denselben, bis heute nicht verfolgten Ungeklärtheiten und der Frage nach der Rolle unserer Medien. Dieser Beitrag, der zunächst von einem großen Medium angefragt und dann abgelehnt wurde, zeugt von der Ängstlichkeit im Journalismus … die eigentliche Arbeit ordentlich zu machen, auch wenn deren Ergebnis einem evtl. widerstrebt. Im Podcast mit Peter Welchering untermauert sie ihre These: „Die Ängstlichkeit ist der Sargnagel des Journalismus“. 

    Zensursplitter, die unter anderem das Making of IMV-Image bedingen, sammelt Sabine Schiffer ab sofort in unregelmäßigen Beiträgen auf krass&konkret, das Online-Magazin der Buchkomplizen vom Westend-Verlag. Ach ja, das Quiz zum unterdrückten Interview ist immer noch nicht gelöst: Welches (gedruckte) Wochenmagazin also wollte das Interview zu den Faktenchecks nicht veröffentlichen? Das Exemplar des Buchs #Medienanalyse – ein kritisches #Lehrbuch ist also immer noch zu gewinnen. Und einen Tipp geben wir hier: der Spitzenreiter der bisher eingegangenen Tipps, der Spiegel, war es nicht. 

    Die gelebte Vision von Wau Holland im Chaos Computer Club + IMV News, IMV Newsletter August 2021

    Liebe Interessierte,

    dieser Sommernewsletter ist im Wesentlichen eine Filmempfehlung bzw. darüber hinausgehend, eine Empfehlung sich mit der Arbeit und dem Denken des CCC auseinander zu setzen. Wer dazu bisher noch keinen Zugang fand, denen sei der Film von Klaus Maeck und Tanja Schwerdorf empfohlen, wie allen anderen natürlich auch: Alles ist EINS, außer der O. https://allesisteins.film.
    Hier geht es zum Trailer auf youtube des kurzweiligen und super informativen Films, den Sabine Schiffer schon in Berlin sehen konnte. 
    Der Film erscheint offiziell am 29. Juli 2021, dem 20sten Todestag von Wau Holland, der im Alter von 50 Jahren an einem Schlaganfall starb. Sein Erbe bleiben seine Voraussicht, die Verantwortung gegenüber der Freiheit des Menschen, dem Wunsch, die Technik zu nutzen und sich nicht von ihr beherrschen zu lassen. Eines seiner geflügelten Worte wird zum Leitsatz des 1981 gegründeten Chaos Computer Clubs CCC: „Öffentliche Daten nützen, private Daten schützen!“ Mit Weitblick prägten er und die frühen Mitglieder des CCC www.ccc.de/de/club die Hackerkultur im Sinne einer kritischen Aufklärung – und, obwohl es ein Risiko ist, seiner Zeit voraus zu sein, konnte der CCC bis heute bestehen und macht immer wieder mit Hacks auf sich bzw. die noch zu lösenden Probleme der Digitalisierung aufmerksam. Der legendäre BTX-Hack der Hamburger Sparkasse sorgte 1984 für Aufsehen. Ein weiteres eindrückliches Beispiel lieferte das Aufdecken von Sicherheitslücken bei der Deutschen Telekom www.computerwoche.de. Eine Auflistung weiterer Aktionen findet sich u.a. hier https://it-talents.de/it-wissen/chaos-computer-club-ccc.  

    Zur Vorgeschichte und weiteren Akteuren, lohnt ein Blick auf die Website der Krautreporter. Welche herausragende Rolle Hamburg in der frühen Geschichte spielte, ist u.a. hier nachzulesen. Die Wau Holland Stiftung sorgt für den Erhalt des aufklärerischen Erbes und engagiert sich u.a. für Whistleblower und gegen Propaganda: www.hamburg.ccc.de/club/geschichte. Zur „Datenschleuder“, dem langjährigen Magazin des Clubs, geht es hier: https://ds.ccc.de.
     
    IMV News
    Wir setzen unsere Reihe von Uwe Schnabel fort, der anhand der Beiträge des ARD-Magazins Monitor der Frage nachgeht, ob ausreichend dargestellt wird, dass die berichteten Missstände systemischer Natur sind – Diskussion erwünscht: https://medien-meinungen.de/2021/07/fortsetzung-kritische-gedanken-zum-ard-monitor

    Sabine Schiffer hat sich kritisch mit der Podcast-Reihe „Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?“ auseinandergesetzt und stellt die Frage zurück – WTF happened … weil der Podcast nach einem guten Start ab der Folge 4 selbst in Verschwörungsmythen abdriftet: www.heise.de/tp/features/WTF-happened-to-Ken-Jebsen-and-Khesrau-Behroz-6147042.html?seite=all. Bitte auch und besonders auf die Angaben in den Fußnoten achten!
     
    Da sich das IMV auch für die Freilassung von Julian Assange stark macht, der auch im oben besprochen Film vorkommt, verweisen wir hier auf eine interessante Zusammenstellung zur Berichterstattung bzw. Nichtberichterstattung über diesen Jahrhundertskandal in deutschen Medien: https://factcheck.de. Der Autor bittet um weitere Hinweise und Ergänzungen!
     
    IMV Termine
    Wir möchten hier noch einmal auf unser aktuelles Fortbildungsprogramm hinweisen. 

    Die Ausstellung Brexit-Diary ist eröffnet,Tagungsinfo und Call des Netzwerks Kritische Kommunikationswissenschaft, IMV Newsletter Juli 2021

    Liebe Interessierte, 

    gerne machen wir auf folgende Tagung aufmerksam, an der man sich noch mit Beiträgen beteiligen kann: https://krikowi.net/wien.      
    Die 4. KriKoWi-Tagung „Eigentum, Medien, Öffentlichkeit“ soll analog, live und in Farbe vom 18. bis 20 November 2021 an der WU Wien stattfinden. Das vorläufige Rahmenprogramm steht und es wird um weitere Einreichungen für Vorträge, Panels, Workshops oder andere dem Tagungsthema angemessenen Formate bis zum 15. Juli gebeten.

    IMV News
    Zum krönenden Abschluss der KurzKonferenz des Instituts für Medienverantwortung am Abend des 24. Juni 2021 eröffnete die Kuratorin Dr. Xenia Gleißner die von ihr konzipierte 3D-Ausstellung „A Brexit Diary“, „Mein Brexit Tagebuch“, die nun für ein Jahr hier besucht werden kann: https://mahalli-exhibitions.web.app.Die Moderatorin des Abends und jüngste Mitarbeiterin des Instituts, India Noack, führte durch die KurzKonferenz auf Zoom, zu der das IMV anlässlich seines 15-jährigen Bestehens eingeladen hatte. Eröffnet wurde die Online-Veranstaltung mit Thomas Nehls, langjähriger WDR-Korrespondent in den USA und im journalistischen Unruhestand unter anderem im Förderkreis des IMV aktiv. Den weiteren Vorstand vertraten Iris Häcker und Silke Pieper, die langjährige Büroleiterin in Erlangen bis 2018, als das Institut seinen Sitz nach Berlin verlegte. 
    Die Leiterin, Prof. Sabine Schiffer, stellte ihr neues Buch „Medienanalyse – ein kritisches Lehrbuch“ vor, das kürzlich im Westend-Verlag erschienen ist und einen Methodenkanon für das Schul- und Studienfach Medienbildung zusammenstellt. 
    In Kürze erscheint, ebenfalls im Westend-Verlag, die umfassend überarbeitete, zweite Auflage von „Antisemitismus und Islamophobie – ein Vergleich“, dessen Inhalt Prof. Constantin Wagner vorstellte. Er skizzierte die Aufregungen um das Erscheinen der Erstauflage 2009 und den Forschungsstand auf internationaler Ebene bis heute, alles in der Neuauflage enthalten und an Beispielen aufgearbeitet; weshalb auch die Deutung des Anschlags in Halle 2019 einer Überprüfung zu unterziehen sein wird.
     Das IMV-Programm mit Angeboten zur Medienbildung, die ab sofort via Zoom stattfinden, ist hier abrufbar und startet am 2. Juli 2021 mit einer Fortbildungseinheit zur Qualitätsprüfung bei Wikipedia-Einträgen. Anmeldung bitte über verwaltung@medienverantwortung.de bis spätestens 14 Tage vor Kursbeginn. 

    Rückfragen aus dem Publikum bezogen sich vor allem auf die englischsprachige Online-Ausstellung und deren Handling bzw. Zweisprachigkeit mit abrufbaren Übersetzungen ins Deutsche. Dank gilt Xenia Gleißner für Ihren unermüdlichen Einsatz, einigen großzügigen Überlassungen an Bildrechten und dem Förderkreis, der den verbleibenden finanziellen Aufwand für die Realisierung übernahm. 

    IMV Termine
    12. Juli 2021
    18 Uhr Prof. Dr. Sabine Schiffer „Fake-News gibt es nicht nur im Internet” 
    Sommer Lecture via Zoom  HMKW

    Woche der Medien- und Meinungsfreiheit / Medien-Transparanz, IMV Newsletter Mai 2021

    Liebe Interessierte,  

    fyi zur Charta der Meinungsfreiheit: https://www.woche-der-meinungsfreiheit.de, die zur Woche der Meinungsfreiheit vom 3. bis 10. Mai unterzeichnet werden kann. Das grundgesetztlich verbriefte Grundrecht scheint jedoch garnicht so klar definiert, wie manche meinen könnten – denn es hat natürlich Grenzen da, wo andere Grundrechte verletzt werden. Und es hat eine Richtung… und zwar aufsteigend (s.u.).  

    Nicht zuletzt der Fall Assange ist ein Prüfstein für die Meinungsfreiheit, wie im Buch des UN-Sonderberichterstatters Nils Melzer – worüber hier gesprochen wird  – zu lesen ist. Aber Assange wird in der Woche der Meinungsfreiheit 2021 vermutlich kaum eine Rolle spielen im deutschen Diskurs. Außer von Reporter ohne Grenzen (ROG), herrscht vor allem Schweigen im Medienwalde.  

    Rechtzeitig vor der Woche der Medien- und Meinungsfreiheit, wie wir sie nennen wollen, hat ROG den jährlichen Bericht über den Zustand der Pressefreiheit veröffentlicht – und Deutschland ist nicht nur mit Blick auf Angriffe aus der Protestszene darin abgerutscht, sondern auch und gerade, weil die Pressefreiheit staatlich nicht immer verteidigt wird; etwa wenn Polizisten diese gegen Angriffe von Demonstrantenseite nicht schützen. Meinungsfreiheit ist oft dann im Gespräch, wenn es um die Verteidigung von Diskursen von Oben nach Unten geht. Von Sarrazin bis Cancel Culture über Nuhr und bis Eckhart geht es nicht um kritische Äußerungen gegen das „Establishment“, sondern um die Verbreitung von Ressentiments, Lacher und Witze auf Kosten von Minderheiten. Das entspricht nicht der Idee Kurt Tucholskys, wenn er sagt „Satire darf alles!“ Tucholsky meinte die aufklärerische Satire, die von Unten nach Oben, wie es Max Uthoff im Interview mit der Jungen Welt anklingen lässt. Also eigentlich im Sinne von Whistleblowern wie Assange, Snowden & Co., die Verbrechen aufdeckten und dafür verfolgt werden, während die Verbrecher unbehelligt bleiben. Die Leitfrage der Meinungsfreiheit müsste also sein: Wo tut sie – in Form von Satire, Berichterstattung oder Protestbriefen – den „Oberen“ weh? Den Entscheidern in Wirtschaft und Politik, die unsere globalisierte Welt gestalten, und die nachweislich weniger die Lebensgrundlagen und das Gemeinwohl im Blick haben, als vielmehr kurzfristige Gewinne.  

    Dementsprechend wäre die Künstler-Aktion #allesdichtmachen eine Kritik im Sinne Tucholskys, denn tatsächlich scheint sie die Ein-Themen-Dominanz von Politik und Medien aufs Korn zu nehmen, wobei die teils sarkastischen Beiträge nicht jeden nachdenklich, sondern nicht wenige wütend machen – die Kritik daran fällt ebenso unter die Meinungsfreiheit. Allenfalls die Schnelligkeit in der Debatte mag zu denken geben, wovor Sabine Schiffer hier warnt, denn erst so langsam werden die Hintergründe und Motivationen klar und Fehler eingeräumt. Auch der Applaus von der falschen Seite fällt unter die Meinungsfreiheit, obwohl sich allein drei Video-Clips genau damit kritisch auseinandersetzen. Aber tatsächlich scheinen manche Teilnehmende Schauspieler nicht mitbekommen zu haben, dass auch ohne Leugnung einer pandemischen Gefahr über die Sinnhaftigkeit so mancher Maßnahme kritisch diskutiert wird – auch unter der Gefahr, dann sofort als rechts verdächtigt zu werden; während andere Journalist-Aktivisten tatsächlich jeden kritischen Mucks als Verrat an der Aussicht auf Gesundheit ausmachen – die Diskrusraumverengung ist real und selbstgemacht; und hier verwundert die diffamierende Abwehr des ZDF-Comedian Jan Böhmermann, der ja mit seinem geschmacklosen Angriff auf Erdogan genau diese Art von Verunglimpfung für sich reklamierte, egal was Betriffene meinen.  

    Zum Bilden einer eigenen Meinung, ein paar Hinweise hier:
    https://allesdichtmachen.de
    https://www.t-online.de/unterhaltung/stars/id_89901734/-allesdichtmachen-wer-steckt-hinter-der-umstrittenen-corona-aktion-.html
    https://www.n-tv.de/leute/Ich-war-blauaeugig-article22511095.html
    https://www.hessenschau.de/kultur/schauspieler-christian-ehrich-ueber-allesdichtmachen-ist-kritik-unberechtigt-wenn-sie-von-rechts-beklatscht-wird-,allesdichtmachen-christian-ehrich-100.html
    https://www.youtube.com/watch?v=GYVY_C1jMP8
    https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/medien-jan-josef-liefers-bei-allemalneschichtmachen-dabei-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-210428-99-386899
    https://www.tagesspiegel.de/kultur/wer-steckt-hinter-allesdichtmachen-eine-spur-fuehrt-ins-querdenker-milieu/27140704.html
    https://www.jungewelt.de/artikel/401726.intellektuelle-f{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}BCr-umverteilung-einige-schreien-grunds{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}A4tzlich-m{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}C3{f6e639f3f76237a19cb7daeb628e16668db4d22c0adeaa984edf0aa1c29f60dc}B6rder.html  

    Dass Medien gar kein so einhelliges Bild von der Corona-Berichterstattung liefern, hat eine Studie der Kommunikationswissenschaft Köln untersucht. Dass teilweise Journalisten in die Rolle von Aktivisten rutschen, scheint jedoch auch nicht von der Hand zu weisen – und es gibt auf EU-Ebene Briefings dazu: https://eeas.europa.eu/headquarters/headquarters-homepage/97292/media-advisory-record-briefing-disinformation-during-covid-19_en. Leider können wir zum Inhalt des Hintergrundgesprächs nichts sagen, fordern aber gerne Journalisten mit EU-Akkreditierung zu Recherchen auf. Zumal ja mit dem Abschalten unliebsamer Blogs begonnen wurde… was immer als ein erster Schritt in Richtung Zensur zu werten ist. Es ist richtig, dass die Meinungsfreiheit bei der Verletzung der Menschenwürde anderer endet – Rassismus, Antisemitismus und Sexismus fallen also nicht darunter. Der neue Definitionsversuch von Antisemitismus – die sogenannte Jerusalem Erklärung, die sich explizit von der IHRA-Arbeitsdefinition distanziert – zeugt von genau dieser Grenzsuche. Denn gerade beim Nahostkonflikt als völkerrechtlicher Streitpunkt zeichnet sich die Problematik zwischen Antisemitismus-Vermeidung auf der einen und Meinungsfreiheit auf der andere Seite besonders ab. Das Dilemma in all sinen Facetten bringt der sehr lesenswerte Beitrag von Fabian Wolff in all seinen Facetten zum Ausdruck, weshalb die Lektüre in seiner ganzen Länge empfohlen wird: https://www.zeit.de/kultur/2021-04/judentum-antisemitismus-deutschland-israel-bds-fabian-wolff-essay.
    Dazu einige weitere Beiträge, die kürzlich erschienen sind – auch dies nur eine Auswahl zur eigenen Meinungsbildung und Einladung zu weiterer Recherche:
    https://jerusalemdeclaration.org
    https://www.ndr.de/kultur/Neue-Definition-des-Antisemitismus-Begriffs-vorgelegt,antisemitismus256.html
    https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2019/kw20-de-bds-642892
    https://www.sueddeutsche.de/kultur/politische-geschichte-was-ist-antisemitismus-1.4972967

    Die Debatte geht weiter. Der Friedensprozess stockt.   Das Thema „Meinungsfreiheit“ wird uns, wie bereits im letzten Newsletter, noch weiter beschäftigen, gerade wenn es gegen unliebsame Meinungen geht. Von A wie Assange bis W wie Wirecard, wo Falschmeldungen ja lange nicht kriminalisiert wurden.  

    IMV News  
    Wir laden ein zum Mittmachen:
    Woche der Transparenz 2021 früher und länger als sonst… Anlässich der Woche der Meinungsfreiheit, die mit dem Tag der Pressefreiheit am 3. Mai beginnt, legen wir unseren jährlichen Aufruf zu mehr Transparenz in der Berichterstattung ab diesem Jahr in dieselbe Zeitspanne. Das ermöglicht es Medien, sieben Tage lang – und nicht nur fünf – unserer Transparenzforderung nachzukommen: ihren (Online-)Berichten eine kurze Entstehungsgeschichte vorzuschalten… „Warum das Thema? Wie recherchiert? Welche Aspekte für mehr oder weniger relavant erachtet?“ Wir werden in dieser Zeit Transparenz-Beispiele sammeln, auch jenseits dieser Kampagne, um positive How To-s vorzustellen. Follow us auf unserem Blog: medien-meinungen.de. Bitte sendet uns gerne, was Euch zum Thema auffällt. Danke! Und hier geht es zur Projektbeschreibung der Woche der Tansparenz https://imv.blog-upcycling.de/projektbeispiele.  

    Sabine Schiffer war als Sachverständige in den Bundestagsausschuss für Menschenrechte geladen, der am 14. April größtenteils digital tagte: https://www.bundestag.de/ausschuesse/a17_menschenrechte/anhoerungen/828216-828216 – dort können auch die Stellungnahmen der einzelnen Sachverständigen heruntergeladen werden.

    Medien- und Propagandakrieg heute, IMV Newsletter April 2021

    Liebe Interessierte, ­
    ­ ­ ­ ­ das Buch von Lutz Mükke ist nicht mehr ganz neu, aber hochaktuell: Korrespondenten im kalten Krieg (hier eine Besprechung). Es erlebt gewissermaßen eine Wiederauflage in der Realität.
    Staatssender aus Russland, China und von Islamisten stehen nun auf der Liste der „Feindsender“ in Deutschland und der EU – mindestens. Dass es hier um Interessenkonflikte und die Fragen nach den Freiheiten und Grenzen des Journalismus geht, ist klar und wichtig. Natürlich geht es auch um Machtkämpfe und Einflusssphären – und genau diese wollen wir im Newsletter ausleuchten. Wie bewährt, wollen wir uns lieber an die eigene Nase fassen, um zu prüfen, ob die hehre Forderung nach Meinungs- und Pressefreiheit, wie sie Außenminister Maas gerne in Moskau und Peking (in Saudi-Arabien nur folgenlos) vorträgt, hier im rechtsstaatlichen Westen unumwunden gilt.

    Obwohl im Interview des Deutschlandfunk der Vertreter für strategische Kommunikation der EU, Lutz Güllner, gefragt wird, ob es sich bei der East-StratCom der EU nicht einfach um GegenPROPAGANDA handele, fehlt eine entscheidende Frage bzw. Aufklärung in dem Gespräch – dazu weiter unten mehr. Zunächst zum Gegenstand der strategischen Kommunikation der EU:
    Weit davon entfernt, die inkriminierten „Auslands- und Propagandasender“ von jedem Verdacht freizusprechen, möchten wir auf die Problematik verweisen, die entsteht, wenn man weisungsgemäß Journalisten in „gute“ und „genehme“ versus „schlechte“ und „böse“ einteilt bzw. ihren abspricht, als Journalisten zu agieren, weil sie nicht die gleiche Meinung teilen, wie man selbst. Wenn, wie beispielsweise der Deutsche Journalisten Verband DJV in die undifferenzierte Kampagne gegen Kollegen mit der Übernahme von Freund- und Feindbildern eintritt, dann liefert das in Folge denjenigen Wasser auf die Mühlen, die jeglichen kritischen Journalismus ins Visier nehmen und mit den eingeübten Argumenten bekämpfen. Die Geschichte verweist auf die Aussichten. Deshalb die Warnung!

    Zumal, wo ist die Grenze zwischen den „echten“ und den „unechten“ Journalisten? Auch die Mitarbeiter der Deutschen Welle werden vom Staat bezahlt. Und die Netzwerk-Journalisten, die der Medienwissenschaftler Uwe Krüger in seiner Doktorarbeit „Meinungsmacht“ (vgl. Darstellung in der ZDF-Anstalt) ermittelt hat und die teilweise die Reden für die Politiker auf der Münchner Sicherheitskonferenz schreiben, über die sie dann „berichten“, dürften durchaus mehr am Aktivismus als am Journalismus orientiert sein. Auch das (gezielte) Weglassen hat zuweilen aktivistischen Charakter, etwa wenn etwas verschwiegen wird, das so garnicht ins gepflegte Weltbild passen mag. Dazu gehört sicher die Erklärung renommierter internationaler Diplomaten und Persönlichkeiten gegen einen offensichtlich manipulierten OPCW-Bericht zu Giftgas in Syrien – hier vertreten durch die BerlinGroup21. Ein Interview mit einem der Unterzeichner, dem ehemaligen UN-Inspekteur Hans von Sponeck brachten kürzlich die NachDenkSeiten.
    Im englischsprachigen Ausland gibt es durchaus Resonanz auf die „Statement of Concern“-Kampagne.
    Die Initiative Nachrichtenaufklärung INA hat soeben, wie jedes Jahr, die auffälligsten 10 verschwiegenen Nachrichten veröffentlicht – darunter gehört auch das Manöver „Defender 2020“; ein anti-russisches NATO-Manöver, das im Kontext von Desinformationsvorwürfen gen Osten durchaus Beachtung verdient: www.deutschlandfunk.de.

    Ob in der Nähe zwischen Journalismus, Politik und PR, welche die EastStratcom atmet, eine mögliche Erklärung dafür liegt, warum unsere Medien so Regierungs- und auch NATO-freundlich berichten und kommentieren, wäre genauer zu prüfen. Es handelt sich bei der Zusammenschau aus so mancher Verfehlung auf der einen und Betonung auf der anderen Seite jedenfalls um das genaue Gegenteil dessen, was man Medien als idealtypische Aufgabe zuschreibt – die einer Vierten Gewalt.
    Tatsächlich wird in den Medien gerne das „Zwei-Prozent-Ziel“ eingefordert, statt den Euphemismus durch die korrekte Bezeichnung „Aufrüstung“ zu ersetzen. Diese Perspektiv-Übernahme der NATO wird auf EU-Ebene weniger dem Zufall überlassen, als man meinen könnte. Und hier entlarvt sich die Heuchelei um den Kampf gegen Desinformation aus dem Osten. Denn das EU Parlament hat einen Kooperationspartner im „Kampf gegen die Desinformation“ der anderen – und genau diese Frage fehlte in besagtem DLF-Interview mit Lutz Güllner. Im letzten Absatz der Pressemitteilung vom 23.11.2016 heißt es dazu gaaanz weit unten:
    „Die Entschließung spricht sich auch für die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen EU und Nato bei der strategischen Kommunikation aus, wobei die neunköpfige „Task Force für strategische Kommunikation“ der EU sowie die Belastbarkeit von Medien in den Nachbarländern verstärkt werden sollte.“ (sic!)

    „Strategische Kommunikation“ bedeutet PR, Public Relations oder historisch (politische) Propaganda, und man geniert sich nicht die entsprechende und besagte StratCom zu gründen. Ja, die Ähnlichkeit zu den US-amerikanischen Kürzeln StratCom und StratFor ist auffällig. In Deutschland wird die East-StratCom durch den FDP-Außenpolitiker Graf Lambsdorff mit der als anti-Desinformationskampagne getarnte Desinformationskampagne: www.deutschlandfunk.de vertreten. Womit er dabei recht hat: „… es falle vielen Menschen schwer, Meinung von Nachricht, von Werbung und von Desinformation zu unterscheiden.“
    Während die Propaganda aus Großbritannien meistens eigene Namensgebungen pflegt, wie beispielsweise „Integrity Initiative“ www.heise.de/tp/features/Integrity-Initiative-taucht-ab-4286004.html, die eine Kooperation mit Thomson Reuters einging „gegen russische Desinformation“, oder ARK mit dem britischen MI6, die nachweislich für antisyrische Propaganda verantwortlich zeichnen und kürzlich durch Leaks als Geheimdienstprojekt hinter den sogenannten Weißhelmen https://thegrayzone.com/2020/09/23/syria-leaks-uk-contractors-opposition-media/ aufflogen.

    Verständlich, warum man in Großbritannien etwas gegen Whistleblower hat, was eventuell einen Teil der Erklärung dafür liefert, dass der Wikileaks-Gründer Julian Assange dort rechtswidrig im Gefängnis gehalten wird – andere Erklärungen dafür fasst der Nahost-Experte Michael Lüders in diesem Video-Statement umfassend zusammen: www.youtube.com/watch?v=UO7UyICn7ig.

    Einige der erwähnten Stimmen, finden sich zum Nachlesen und eine eigene Meinung bilden, hier:
    www.spiegel.de/politik/deutschland/rt-deutsch-so-paktiert-putins-propagandasender-mit-linkspartei-und-afd-a-e4884aed-0002-0001-0000-000175912889
    www.djv.de/startseite/service/blogs-und-intranet/djv-blog/detail/news-opferinszenierung
    www.deutschlandfunk.de/debatte-nach-sz-artikel-wurde-die-bundespressekonferenz.2907.de.html?dram:article_id=493047
    www.nachdenkseiten.de/?p=59493ww.freitag.de/autoren/ulrich-heyden/rt-deutsch-ohne-konto
    www.heise.de/tp/features/Kalter-Medienkrieg-zwischen-Berlin-und-Moskau-droht-zu-eskalieren-5989734.html … man achte hier besonders auf den Schluss.

    Vielleicht hat es sogar etwas mit den StratCom-Empfehlungen zu tun, dass kürzlich einige reichweitenstarke „alternative Medien“ von den Landesmedienanstalten Post mit einem „Hinweis“ erhielten, dass ihre Corona-Berichterstattung “besser belegt werden müsse“. (Hier ein Interview dazu mit der Leiterin der MABB). Vielleicht! Hier sind wir arg spekulativ unterwegs, wollen aber zu weiteren Recherchen anregen.
    Wie Telepolis recherchiert hat, gab es zum Thema Corona-Berichterstattung tatsächlich Einlassungen von StratCom: www.heise.de. Leider war es uns aufgrund von zu wenig Auskunftsfreude – sowohl der Landesmedienanstalten, als auch einiger angeschriebener Portalbetreiber – nicht möglich, dieser Frage weiter nachzugehen. Hier wäre natürlich die Argumentation „russische Desinformation“ unsinnig, denn in Russland wird ebenfalls eine Impfstrategie verfolgt. Eventuell findet man hier mehr dazu: https://euvsdisinfo.eu/category/blog/coronavirus.

    Bezüglich der Intervention der Landesmedienanstalten tun sich neue Fragen auf, die sich auf die wichtige Änderung des Medienstaatsvertrages vom 07.11.2020 beziehen. In Abschnitt 2, Unterabschnitt „Telemedien“ unter §19 wird als „Sorgfaltspflicht“ www.gesetze-bayern.de/Content/Document/MStV-19 wir die neue, pro-aktive Interventionsmöglichkeit für die Anstalten formuliert: Diese dürfen bzw. sollen dann aktiv werden, wenn Inhalte nicht korrekt und nicht belegt sind und/oder Selbstkontrollorgane etwaige Verstöße nicht ausreichend verfolgen (können). Eigentlich würde die Aufnahme in eines der bestehenden Selbstkontrollorgane, um das man sich bemühen kann, eine solche Kontrolle verhindern; aber der neue Vertragstext hält hier ein Schlupfloch in der Fußnote offen. Wir werden beobachten können, wie sich die Praxis anhand der hier formulierten Möglichkeiten entwickelt. Inwiefern das mit der im Grundgesetz verbrieften Presse- und Meinungsfreiheit vereinbar ist, wird vermutlich in Zukunft zur Prüfung anstehen. Denn interessant wären natürlich auch die Kriterien, nach denen an- bzw. abzumahnende Online-Portale ausgewählt werden – und welche, trotz vergleichbarer Fehler und Reichweite, nicht.

    Wir freuen uns, wenn jemand die Recherche aufnimmt!

    IMV News
    Zum Thema „Information oder Propaganda?“ lud kürzlich rbb-Info ins Studio. Hier geht es zur Sendung, an der auch Sabine Schiffer teilnahm: www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/forum/202103/21/531282.html.

    Hanau – ein Jahr danach, IMV Newsletter März 2021

    Liebe Interessierte,

    wir finden, dass viele unserer Medien anlässlich des Jahrestages des rassistischen Terroranschlags in Hanau am 19. Februar vor einem Jahr gute Arbeit geleistet haben. Zwar gab es hin und wieder noch ausgrenzende Bezeichungen, wie „Fremdenhass“ oder „Ausländerfeindlichkeit“, aber die Berichterstattung war oft empathisch und sachlich aufklärend. Im Gegensatz zu den Strafverfolgungsbehörden stehen einige Journalisten an der Seite der Überlebenden und Angehörigen der Getöteten und unterstützen das Anliegen, die offen geblieben Fragen und Ungereimtheiten aufzuklären. Dabei kann einem manchmal der Atem stocken, wenn man erfährt, wie mit den Menschen hier umgegangen wird – wie die folgenden Dokumentationen bezeugen.
    Wie empfehlen dazu folgende TV-Beiträge:
    ARD: Hanau – eine Nacht und ihre Folgen
    ARTE: Das Attentat von Hanau
    und dieses Radiofeature:
    www.deutschlandfunk.de/der-tag-hanau-ein-jahr-danach.3415.de.html?dram:article_id=492799.

    Damit dürfte deutlich werden, dass wir in der Aufarbeitung immer noch am Anfang stehen. Und es anscheinend nicht selbstverständlich ist, dass wirklich an der Aufklärung gearbeitet wird.
    Lesenswert sind auch diese unterschiedlichen Einschätzungen von Rassismus Betroffener: https://taz.de/Rassistische-Morde-in-Hanau/!5751906.
    In dem Kontext wurde eine Wahlwerbung kritisiert. Warum man das Thema Geldwäsche nicht stereotyp mittels Bildmaterial auf „arabische Clans“ projizieren kann, erklärt der folgende Thread – den man ohne Anmeldung auf Twitter lesen kann und sollte, denn nach den Erläuterungen weiter unten gibt es Daten und Fakten zum Thema: https://twitter.com/Tarek_Bae/status/1361334122011123712.

    In dem Zusammenhang empfehlen wir das neueste Buch von Wolfgang Benz, dem langjährigen Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, in welchem er auf über 400 faktenreichen Seiten lesenswert zusammenträgt, wie Vorurteile und Feindbilder in Hass und Mord umschlagen. Dabei umschließt er die Völkermorde, Pogrome und Anschläge des letzten Jahrhunderts bis ins Heute und zeigt Parallelen und Unterschiede auf, die zu einigen Aha-Effekten führen dürften. Erschienen 2020: Vom Vorurteil zur Gewalt. Politische und soziale Feindbilder in Geschichte und Gegenwart. Herder.

    Corona und kein Ende + IMV News zur Medienanalyse, IMV Newsletter Februar 2021

    Liebe Interessierte,

    wir knüpfen noch einmal an unseren Mai-2020-Newsletter an, in dem wir auf die Problematik hinwiesen, dass die Berichterstattung in der Coronakrise wenig im Sinne einer Vierten Gewalt agiert. Gerade das Verlautbaren absoluter Zahlen ohne Bezugsgrößen ist und bleibt ein Problem. Darum empfehlen wir auch die Lektüre dieses möglichen Whistleblower-Textes. Wir können nicht überprüfen, ob er wirklich von einem Tagesschau-Redakteur ist (aber eine Redaktionserfahrung ist es sicher), denn dieser wäre dann für seine Redaktion sicher erkennbar – aber die Abläufe halten wir für möglich, weil wir sie aus anderen Kontexten genauso auch kennen: https://multipolar-magazin.de/artikel/die-mainstream-blase.

    Tatsächlich bleibt auch die Problematik relevant, dass das Robert Koch Institut die Zahlen aus nicht standardisierten PCR-Tests einfach aufaddiert und nicht trianguliert, also zur jeweiligen Aussagekraft in Beziehung setzt. Viel differenzierter kommt da der immer komplexer werdende, aber lohnende NDR-Info Podcast „Das Corona-Virus-Update“ mit Christian Drosten oder Sandra Ciesek daher, die eben jede Studie und die vorliegenden Daten auf ihre Aussagekraft hin abklopfen: www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684.html. Hier erfährt man auch, wie sich die medial oft als Gegensatz inszenierten Wissenschaftlermeinungen ergänzen. Medienanalytisch ist der Podcast ebenfalls interessant, weil die zuspitzende Berichterstattung darüber bereits aufzeigt, wie wenig man den Inhalt in seiner ganzen Differenziertheit widergeben kann oder will – jedenfalls drängt sich der Verdacht auf, dass der besondere Hass auf den Virologen Drosten nicht unbedingt auf seine tatsächlichen Aussagen zurück geht, sondern auf die medialen Konstruktionen aus den eigentlichen Aussagen.

    Zur mangelnden Standardisierung der PCR und damit fehlenden Basis von Zahlenvergleichen nimmt auch die Stellungnahme von Prof. Dr. Bergholtz in der Ausschussdrucksache 19(14)233(4) des Bundestages vom 30.10.2020 Stellung und fordert genau diese Standardisierung: www.bundestag.de/resource/blob/802668/28dabb19265f7b240fe2bbea253c12ba/19_14_0233-4-_ESV-Werner-Bergholz_Cov19-Teststrategie-1–data.pdf. Zum Umgehen der Systemfrage staatlicher Förderung für private Pharmaunternehmen stellt unter anderem medico international und setzt auf die Aufhebung des Patentschutzes für lebenswichtige Medizin – aber nicht nur: www.labournet.de/politik/wipo/gesundheitspolitik/oekonomie/petition-von-medico-fuer-die-aufhebung-des-patentschutzes-auf-alle-unentbehrlichen-medikamente-patente-garantieren-gewinne-und-toeten-menschen.

    Zur weiteren Systemfrage, also dem derzeit unhinterfragten Systemischen in der Krise – jenseits von Bill-Gates-Verschwörungen -, findet sich einiges auf dem Blog von Wolf Wetzel, u.a. dieses Thesenpapier: https://wolfwetzel.de/index.php/2021/01/22/corona-die-krise-die-linke-ein-thesenpapier. Zum journalistischen Versagen findet sich einiges auf den NachDenkSeiten, u.a. hier einige Fragen, denen es sich journalistisch nachzugehen lohnt: www.nachdenkseiten.de/?p=69435.
    Mehr Diskussion zum Thema findet sich hier: www.akweb.de.

    Vielleicht fällt die journalistische Zahmheit in Deutschland eher im internationalen Vergleich auf – etwa, wie in England die Regierung kritisiert wird: www.bbc.com/news/uk-55820178. Hier auch mit einer Kritik am sogenannten „freien Markt“… www.theguardian.com/commentisfree/2021/feb/01/the-guardian-view-on-the-vaccine-rollout-the-state-were-in. Zur Mediensituation in England werden wir eventuell einen eigenen Newsletter machen, hier nur noch ein paar Eindrücke zum Grillen von Verantwortlichen: www.standard.co.uk/news/uk/piers-morgan-gavin-williamson-gmb-resign-b900576.html, www.youtube.com/watch?v=rqQEWlZWhP0&list=WL&index=23 gerne zur Diskussion!

    Uns scheint der Journalismus in der Pandemie komplett zu versagen und die Einzelfragen, an deren Recherche wir im Wust ebenfalls feststecken, fanden wir in der Anstalt vom 2. Februar fast sämtlich beantwortet: www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-2-februar-2021-100.html. Absolutes #MustSee! Nein, man muss Covid19 nicht leugnen, um das Politikversagen zu kritisieren. Das wäre die Aufgabe des Journalismus. Wo er versagt, kompensiert heutzutage die Politsatire.

    Wer Gegenbeweise hat, also kritischen und sachlich hinterfragenden Journalismus, der als Vierte Gewalt den Entscheidern die Hölle heiß macht, bitte her damit – veröffentlichen wir gerne in einem der nächsten Newsletter!

    IMV News

    Ab sofort erhältlich: Medienanalyse – ein kritisches Lehrbuch www.westendverlag.de/buch/medienanalyse von Sabine Schiffer, ein Kondensat aus fast 30-jähriger Forschungs- und Vortragstätigkeit.

    Erste Eindrücke gibt es auch schon – etwa hier von Claus Dieter Stille: www.freitag.de/autoren/asansoerpress35/medienanlyse-ein-kritisches-lehrbuch. Und ein Webvideo des Westend-Verlags mit der Autorin: www.youtube.com/watch?v=Ug75-d0OUCk.
    Weitere Rezensionen und auch Anregungen nehmen wir gerne entgegen!

    Buchankündigung Medienanalyse + freeAssange, IMV Newsletter Januar 2021

    Liebe Interessierten,

    mit allen guten Wünschen für 2021 melden wir uns zu den Aufgaben der Medienverantwortung zurück.

    Am Sonntag nahmen wir in Berlin bei der Kundgebung zur Freilassung von Julian Assange teil mit einem spontanen Aufruf von Sabine Schiffer an die Medien, mehr über den skandalöschen Fall zu berichten mit Blick auf Pressefreiheit und Whistleblowerschutz (hier nachzuhören: www.youtube.com/watch?v=SCskSaJjVlM).

    Am 4. Januar 2021 dann eine einerseits erleichternde Entscheidung des Londoner Gerichts, Assange nicht an die USA auszuliefern, allerdings mit einer individualisierenden und psychologisierenden Begründung (nicht falsch, aber), die weder die Falschbehauptungen aus den USA korrigiert, noch die Aufklärung der Verbrechen verlangt, die u.a. Wikileaks aufgedeckt hat. Während die meisten Medien beim Framing der „umstrittenen Person“ bleiben, wie etwa der Deutschlandfunk heute morgen in einem Unbeteiligungs-Framing von Meinungsstreit (von anderen) – so empfehlen wir den längeren Hintergrund des DLF zum Thema, der die Thematik etwas differnzierter ausleuchtet:

    www.deutschlandfunk.de/der-fall-assange.4161.de.html

    Reporter ohne Grenzen beziehen ganz klar Stellung mit dieser Position:

    www.reporter-ohne-grenzen.de/pressemitteilungen/meldung/assange-entscheidung-erleichterung-und-kritik

    Konstant kritisch berichtet hatten vor allem linke Medien und das blieben sie auch in der Beurteilung des Prozessausgangs:

    www.neues-deutschland.de/artikel/1146534.julian-assange-auslieferung-von-assange-vorerst-abgelehnt.html & www.jungewelt.de/artikel/393668.usa-gegen-assange-nur-ein-erster-schritt.html

    Wir finden den Urteilsspruch übrigens clever, um Ruhe in die Sache zu bringen – denn alles andere hätte vielleicht mehr Kräfte mobilisiert, als was den politisch Verantwortlichen genehm gewesen wäre…

    Ankündigung – IMV News & IMV Termine

    Am 1. Feburar 2021 erscheint das neue Buch von Sabine Schiffer im Westend Verlag: Medienanalyse – ein kritisches Lehrbuch, www.westendverlag.de/buch/medienanalyse. Es richtet sich an alle, die an Medien interessiert sind – Medienmachende, wie Mediennutzende – und vermittelt Grundlagen zur Förderung von Media Literacy. Da medienvermitteltes Wissen durch Medien aller Art eine wesentliche Grundlage unserer Entscheidungen bilden, in Alltag und Politik, ist eine Auseinandersetzung mit medialen Konstruktionsprinzipien und -mechanismen geboten. Dies gilt für den Bildungsbereich, in Schule, Studium und beruflicher Bildung, sowie im lebenslangen Lernen der Erwachsenenbildung. Und da Medienmacher auch Mediennutzer sind, sind sie ebenfalls eingeladen sich kritisch mit der eigenen Gestaltungstätigkeit auseinander zu setzten – aber auch mit Einflussfaktoren von außen durch PR und Lobbyismus. Anhand realer Beispiele und Ereignisse wird hier ein Katalog an Analysewerkzeugen und Kriterien zusammen gestellt, der sowohl im Alltag der Mediennutzung, als auch zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung angewandt werden kann.

    Wir freuen uns auf vertiefende Diskussionen!

    Schluss mit 2020 – auf ein besseres 2021! Sonder-Newsletter Dezember 2020

    Liebe Interessierten und Unterstützer,

    dieses Jahr war besonders außergewöhnlich und hart – im Vergleich zu vielen anderen sind wir bisher noch einigermaßen glimpflich davon gekommen. Also, uns gibt es noch – aber so langsam droht uns die Puste auszugehen. Zum Glück haben die meisten von uns noch ein anderes Standbein, sonst hätten wir bereits aufgeben müssen.

    Unsere 15-Jahreskonferenz haben wir nach zweimaligem Verschieben für dieses Jahr ganz abgesagt. Auch vieles andere konnte nicht stattfinden, einige Fortbildungsveranstaltungen und Interviews wurden ins Internet verlegt. Wir haben teilweise die reduzierten Möglichkeiten dazu genutzt, um Grundsätzliches auf den Weg zu bringen. Den Relaunch der Websites und zwei Buchprojekte. Constantin Wagner und Sabine Schiffer haben die zweite Auflage von „Antisemitismus und Islamophobie, ein Vergleich“ überarbeitet.

    Und Sabine Schiffer hat ihre langjährige Erfahrung und Methodenwissen in ein Lehrbuch zur kritischen „Medienanalyse“ verpackt. Dieses soll am 1. Februar 2021 erscheinen und wird der Auftakt zu einer neuen Wissenschaftsreihe beim Westend-Verlag sein, mit einem Ansatz angewandter Wissenschaft und dem Anspruch auch für die Medienbildung in Schulen zu taugen. Natürlich werden wir nicht müde, weiterhin ein Schulfach Medienbildung zu fordern.

    Wie man im politischen Bereich den Eindruck hat – zum Beispiel beim Auflegen nachhaltig demokratieeinschränkender Gesetze, wie dem Infektionsschutzgesetz – so scheint auch im Bildungsbereich die Situation für manche günstig, um Fakten zu schaffen. Die Behörden haben es zum großen Teil versäumt, eigene datensichere Plattformen zu schaffen, um Schüler nicht den Großkonzernen der IT-Branche auszuliefern, wenn sie digital beschult werden. Dazu haben wir einige Pressemitteilungen herausgegeben und verweisen hier noch einmal auf den Blog des Bundestagsabgeordneten Kuketz, der immer wieder wichtige Beiträge rund um die Thematik bereit hält: www.kuketz-blog.de.

    Im Laufe des Jahres sind Fachartikel erschienen, die Sie in diesen Büchern finden:
    „Diskursintervention“https://www.springer.com/de/book/9783658305581
    und „Medienkritik“https://www.halem-verlag.de/medienkritik-zwischen-ideologischer-instrumentalisierung-und-kritischer-aufklaerung

    Zum Thema Corona-Berichterstattung sind wir auf der Linie von Stephan Ruß-Mohl, der in der Süddeutschen Zeitung mit „DaS Corona-Panikorchester“ einen bedenkenswerten Beitrag geleistet hat: https://www.sueddeutsche.de/medien/russ-mohl-gastbeitrag-corona-panikorchester-1.5075025. Weit davon entfernt, die Problematik dieses Virus zu leugnen, plädieren auch wir für eine realtische Einordnung der Thematik in andere lebensbedrohende Aspekte – womit wir gleichzeitig allen, die jegliche Relevanz und Gefahr von Covid19 leugnen, eine Absage erteilen. Bereits in unserem Newsletter vom Mai hatten wir entsprechend Stellung genommen: https://imv.blog-upcycling.de/2020/05/11/newsletter-mai-2020-2. Dass nun Kritiker der Maßnahmen oder auch andere kritische Stimmen in den sogenannten sozialen Medien Druck von großen Plattformen erfahren und Zensur erleben, ist ein dennoch ein ernstzunehmendes Problem – es beginnt immer dort, wo wir anfangen (staatliche oder private) Zensur zu akzeptieren (meistens dann, wenn es um anschlussfähige Themen wie Pornografie, Extremismus oder Kindesmisshandlung geht). Natürlich trifft die Verfolgung und Eindämmung von Fake-News am Ende nicht nur echte Manipulatoren, sondern immer auch die kritischen Stimmen, die sich weigern im „Mainstream“ mitzuschwimmen. Wer den Beitrag von Prof. Ruß-Mohl liest, versteht, dass es einen solchen Mainstream gibt.
    Es bleibt also, das wachsame Auge in alle Richtungen auch im nächsten Jahr zu behalten. Wir wollen das weiterhin kritisch und besonnen tun – und durch Ihre Unterstützung ist das möglich.

    An dieser Stelle einen herzlichen Dank an diejenigen, die durch kleine bis große Spenden dazu beitragen, dass unseren Arbeit auch in diesen schwierigen Zeiten fortgeführt werden kann.
    Wer das noch möglich machen kann, dem gilt unser Dank bereits im Voraus!
    Und wer von Ihnen ein ganz konkretes Vorhaben unterstützen möchte: unbedingt möchten wir Xenia Gleißners Ausstellung „Brexit – BrexShit“ möglichst bald zumindest online zeigen (zur Jahreskonferenz ging das ja leider nicht). Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt: https://www.betterplace.org/de/projects/85971-brexshit-oder-brexit-eine-ausstellung

    Allen alles Gute, einen klaren Kopf und Gesundheit fürs nächste Jahr und darüber hinaus!

    Tipps für Bildanalyse + Tag gegen antimuslimischen Rassismus

    Liebe Interessierten,

    zwar gab es Bildfälschungen lange vor der Erfindung ditigaler Technologien – Stichwort: Retusche – aber mit den neuen Medien sind die Möglichkeiten einfacher und vielfältiger geworden. In manchen Bereichen gehören sie gar zum Standard – etwa in der Werbung für Gesichtscremes oder Schlankmacher und in der Modebranche mitsamt dem Influencer Marketing.

    Politische Brisanz erhalten Bildmanipulationen, wenn…

    … sie Ereignisse verfälschen und gar zu Hass und Hetze aufstacheln oder gar Kriege legitimieren. Dazu bedarf es nicht immer digitaler Techniken, wie die angeblichen Massaker-Bilder aus Rugovo und Racak belegen, die angeblich getötete Zivilisten zeigten, dabei waren es zusammengetragene Milizenkämpfer. Diese Bilder mitsamt deren Instrumentalsierung von Scharpings Verteidigungsministerium führten uns in den 1990er Jahren in die erste deutsche Kriegsbeteiligung nach dem zweiten Weltkrieg und bescherten der NATO eine neue Doktrin, die bis heute federführend für weitere „Friedensmissionen“ geblieben ist: siehe WDR Story „Es begann mit einer Lüge“ https://www.youtube.com/watch?v=ZtkQYRlXMNU.

    … sie Personen in einen falschen Kontext stellen und so Politikern oder anderen Dinge unterstellen, woran sie nicht beteiligt waren. Und das geht inzwischen auch mobil – also sowohl mit leicht zu installierenden Apps auf dem Smartphone herzustellen, als auch die mobile Peron in ihrer Bewegung mit einer anderen zu verschränken. Mit etwas ausgefeilterer Technik lässt sich heute in Echtzeit sogar jedem Politiker oder Schauspieler eigene Aussagen und Mimik unterlegen: sog. Deep Fakes, wie dieses hier: https://www.youtube.com/watch?v=cQ54GDm1eL0

    … Situationen durch gefälschte Farben manipuliert werden, indem beispielsweise aus einem Wasserrinnsal optisch eine Blutlache wird, um Terror zu inszenieren oder wirklich schreckliche Ereignisse noch zu intensivieren. Dies geschah zum Beispiel beim Massaker von Luxor: https://www.nzz.ch/schweiz/das-massaker-von-luxor-schockiert-die-schweiz-ld.1327654.

    Bereits an diesen wenigen Beispielen wird deutlich, dass Bilder ihre Beweiskraft zu unrecht haben. Der Authentizitätsbonus ist inzwischen sowohl beim Stand- als auch beim Bewegtbild stets (selbst-)kritisch zu hinterfragen.

    Dass Bilder und auch Filmaufnahmen durch einen Kontextwechsel zudem ihre Bedeutung verändern, konnten wir 2014 in der Ukrainekrise erleben, als ein syrischer Hubschauber über der Ukraine abzustürzen schien – Youtube-Aufnahmen aus Syrien begleitet von „Allahu akbar-„Rufen, die auch die Tagesschau tonlos und unkritisch übernahm: Siehe u.a. Gerster, Petra & Nürnberger, Christian: „Die Meinungsmaschnine – Wie Informationen gemacht werden…“.

    Aber eigentlich beginnt die Bildmanipulation schon früher, denn jedes Bild ist ein kleiner Realitätsausschnitt, eine Momentaufnahme, was sich aus dem Vergleich der berühmt gewordenen Aufnahme von Kim Phuc, die 1972 in Vietnam vor Napalmbomben floh und zur Bildikone der Antikriegsbewegung wurde, mit anderen Aufnahmen der gleichen Szenerie ergibt – die (potentielle) Wirkung ist eine andere, je nachdem welchen Bildausschnitt man wählt: https://www.welt.de/geschichte/gallery114225594/Phan-Thi-Kim-Phuc-Ikone-des-Vietnamkrieges.html.

    Wer Zweifel über die Echtheit und Herkunft von Bildern hat, kann mit der Rückwärtssuche der Google Bildersuche oder https://tineye.com zumindest feststellen, wann und wo diese im Internet schon einmal aufgetaucht sind. Oder man wendet sich an professionelle Bildforensiker, vor allem wenn es sich bei Bildfälschungen um justiziable Aktionen handelt – z.B.:
    https://www.medien-sachverstaendiger.de/digitale-bild-forensik oder https://www5.cs.fau.de/lectures/ss-16/original-oder-faelschung-seminar-bildforensik-semforensik

    Eine sehenswerte Wissensdoku zum Thema empfehlen wir hier: https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/das-manipulierte-bild-102.html

    Traue keinem Bild, auch keinem bewegten!

    IMV News
    Wir einnern an den Tod von Dr. Marwa El-Sherbiny am 1. Juli 2009, deren Mörder schnell abgeurteilt und Fahrlässigkeit von Behördenseite bis heute nicht untersucht wurde: https://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/07/20110715_IMV-Schiffer_InMemoriam-MarwaElSherbiny.pdf Die deutsch-israelische Künstlerin Noa Gur hat in einer Installation vor dem Bundeskanzleramt am 1. Juli 2019 dem 10. Jahrestag des Mordes gedacht – mit unserer Institutsleitung als Rednerin: https://www.youtube.com/watch?v=QYBs-iHaAHM Wie es bei Ahnmahnung von Versäumnissen und Fehlern aufgrund möglicher rassistischer Reflexe zur Verfolgung der Überbringer der schlechten Botschaft kommt, dafür steht der Prozess gegen die Interviewäußerungen von Sabine Schiffer exemplarisch: https://imv.blog-upcycling.de/der-prozess. Das Thema Rassismus steht heute wieder auf der diskursiven Tagesordnung, weil es immer noch nicht ernsthaft angegangen wurde – und das hat Folgen: Hanau und der Lübcke-Mord mahnen. Rassismus tötet und Rassismusleugnung auch, wie viele andere Fälle bezeugen: https://imv.blog-upcycling.de/informationsportale/rassismus-toetet. Der 1. Juli ist seit nunmehr 10 Jahren der Tag gegen antismuslimischen Rassismus.